Die Stadt Castrop-Rauxel liegt am Nordrand des
Ruhrgebiets im Nordwesten des Bundeslandes
Nordrhein-Westfalen und ist eine
Große kreisangehörige Stadt des
Kreises Recklinghausen im
Regierungsbezirk Münster. Als kreisangehörige Stadt wird
Castrop-Rauxel im
Regionalverband Ruhr (RVR) durch den Kreis Recklinghausen vertreten.
In der
Landesplanung Nordrhein-Westfalens ist Castrop-Rauxel als
Mittelzentrum eingestuft.
Castrop-Rauxels Stadtbild war im
19. und 20. Jahrhundert stark durch den
Bergbau
geprägt. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich die
Zeche Erin, die
Zeche Graf Schwerin, die
Zeche Ickern und die
Zeche Victor in der Stadt an. Das Ende des Bergbaus in
Castrop-Rauxel wurde mit der Schließung der Zeche Erin im Jahr 1983
besiegelt. An die Bergbautradition erinnern heute Industriedenkmale, wie
der Förderturm der Zeche Erin und der Hammerkopfturm.War der Slogan der Stadt früher noch „Industriestadt
im Grünen“ (über 60 % der Stadtfläche sind Grünfläche), so ist davon
durch die Schließung aller Zechen und den
Strukturwandel
nur noch " im Grünen“ übrig geblieben
Castrop-Rauxel
- 834 Villa Castorp erstmals urkundlich erwähnt
- 1484 stellt Johann II von Cleve den Bürgern von Castrop einen noch
erhaltenen Freiheitsbrief aus
- 1902 entsteht aus der Titularstadt Castrop und zwei Landgemeinden die
Stadt Castrop
- 1926 wird aus der Stadt Castrop und zehn weiteren Landgemeinden die
kreisangehörige Stadt Castrop-
Rauxel (Landkreis Dortmund) gebildet
- 1928 erhält Castrop-Rauxel die Kreisfreiheit
- 1975 wird Henrichenburg nach Castrop-Rauxel eingemeindet,
Castrop-Rauxel kreisangehörig (Kreis
Recklinghausen)
Woher kommt der Name
Castrop - Das Grundwort 'trop' (torp, dorf, trup), das eine
Gruppensiedlung bezeichnet, gehört zu den ältesten Bestandteilen von
Ortsnamen. Das Bestimmungswort 'Cast', welches das Grundwort 'trop'
näher erläutert, ist schwieriger zu erklären. Manche Forscher sehen in 'Cas(t)'
einen Personennamen, wie z.B. Karl; andere bringen es mit dem
althochdeutschen Wort 'kasto' (=Kasten) zusammen, das Scheune, Speicher
bedeutet.
Ursprünglich kreuzten sich hier zwei Römerstraßen und an dieser Stelle
legten die Römer einen Militärposten an. Später haben durchreisende
Händler diese verhältnismäßig sicheren Anlagen als Handelslager benutzt,
um ihre Waren zu deponieren.
Karl der Große hat in den Sachsenkriegen auf seinem Marsch nach Norden
ebenfalls diese Römerstraßen benutzt. Er hat in Abständen entlang dieser
Straßen Verpflegungslager und Stützpunkte angelegt, die sich aus dem
Land ernähren mussten, die sogenannten späteren Reichshöfe. Im Schutze
dieser Reichshöfe entwickelten sich Ortschaften, so auch aus dem
Reichshof Castrop (1905 abgebrochen, Erinnerungs-
stein in der Altstadt).Castrop = Dorf am Speicher.
Rauxel - Will man den Sinn dieses für heutige Ohren gewiss seltsam
klingenden Namens ergründen, muss man auf die älteste uns bekannte
Schreibung des Namens zurückgehen, sie lautet: Roukessele (1266).
Nach dieser Namenfolge wäre das heutige Rauxel von dem Bestimmungswort
rouk (gesprochen ruk) abzuleiten. Rouk gleichbedeutend mit dem jüngeren
rouch, einem mittelhochdeutschen, heute ausgestorbenen Wort für Krähe.
Zu dem Bestimmungswort rouk = Krähe gehört die Stammsilbe sel oder sele.
Die Silben sil, sel, sal, sol, sul deuten nach Bahlow allesamt auf einen
feuchten moorigen Wiesengrund hin. Der Ortsname Rauxel, ursprünglich
Roucsele wäre damit gleich Krähenwiese.
Diese Bezeichnung entsprach der Lage des Ortes. Der Sitz des Ritters
Cesorius de Roukessele (1266), der später zu einem Schultenhof hinabsank,
lag unweit der noch heute Brusel (Bruch-sel) genannten Schlucht, in
deren feuchtem Grund ein Quellwasser entspringt.
Wappen der Stadt
Das Wappen der Stadt Castrop-Rauxel trägt im blauen Feld ein
goldenes Andreaskreuz, bei welchem der rechte Balken über dem linken
liegt. Das Wappen hat seinen Ursprung in der Haus- Hofmarke des
Karolingischen Reichshofes Castrop.
Die
ursprüngliche Form war ein einfaches Andreaskreuz. Die erste erhaltene
Urkunde des Reichshofes Castrop mit dem Siegel, welches das Andreaskreuz
zeigt, stammt aus dem Jahre 1512. Die Marktgemeinde Castrop übernahm im
Mittelalter das Siegelbild des Reichshofes Castrop, stellte es in ein
Wappenschild und schuf sich damit ein öffentlichrechtliches
Wappenzeichen. Es ist erstmals nachzuweisen aus den Jahren 1598 und
1599. Das älteste erhaltene Stadtsiegel stammt aus dem Jahre 1638 und
ist im Besitz des Castrop-Rauxeler Stadtarchivs. Es trägt die Umschrift:
"Die Freiheidt Casterop 1638".
Die 1902 aus den Gemeinden Castrop, Obercastrop und Behringhausen
gebildete Stadt Castrop übernahm als Stadtwappen das alte Wahrzeichen,
das Andreaskreuz, mit den seit dem 17. Jahrhundert überlieferten Farben
Blau und Gold. Die Genehmigung zur Führung des Stadtwappens erfolgte am
28. Januar 1911 durch den Regierungspräsidenten. Nach amtlicher
preußischer Vorschrift musste dem Wappenschild eine dreitürmige
Mauerkrone aufgesetzt werden. Mit Beschluss der
Stadtverordnetenversammlung vom 30.08.1926 wurde dieses Wappen auch für
die neue Stadt Castrop-Rauxel übernommen. Das preußische
Staatsministerium genehmigte am 24.11.1926 der Stadt die Führung dieses
Stadtwappens.
Durch Beschluss des Rates der Stadt Castrop-Rauxel vom 15.07.1965
wurde die Mauerkrone vom Wappenschild, als für Castrop-Rauxel nicht
historisch begründet, wieder entfernt. Seit dem 01.08.1965 wird das
Stadtwappen wieder in seiner historisch überlieferten Form
weitergeführt.