Einsätze der Grubenwehr Victor-Ickern 1923 bis 1972
Auf Victor-Ickern wurden von 1893 bis 1989 insgesamt 100
Brandherde abgedämmt. Auch ist zu bezweifeln das in früheren
Jahren alle Brände gemeldet und eingetragen wurden.
Am 9. Februar
1923 rief Inspektor Waskönig um 23:45 Uhr die
Feuerwache auf Victor 1/2 zu einem Schachtunfall. Die
Alarmbesatzung mit einem Führer und sechs Mann fuhren mit dem
Sanitätsauto nach Victor 3/4. Ein Förderkorb war in den
Schachtsumpf gefahren worden. Zusammen mit den Schachthauern
wurden sieben Verletzte geborgen. Der zur Hilfeleistung herbei
gerufene Arzt
Dr. Ambos ließ drei Schwerverletzte in das katholische
Krankenhaus Castrop fahren, vier Leichtverletzte wurden nach
Hause gebracht.
Am 7.
März 1923 wurden Arbeiten zur Eindämmung eines Grubenbrandes im
3. Westquerschlag nach Norden auf der 3. Sohle Ickern
durchgeführt. Dort arbeitende Bergleute kamen durch
CO-Vergiftung uns Leben.
Am 20.Juni 1924 wurden bei der Bekämpfung eines
Flözbrandes in Sonnenschein, 1. Westquerschlag Victor 1/2, zehn
Bergleute durch CO vergiftet. Nach ihrer Wiederbelebung mit dem
Pulmotor wurden sie nach Hause geschickt.
Die Grubenwehr Victor-Ickern wurde bei Katastrophen auch auf
weiter entfernt liegenden Zechen eingesetzt, darunter zweimal im
Jahr 1925.
Am 11. Februar 1925 um 02:15 Uhr wurde die
Grubenwehr Rauxel zu dem großen Explosionsunglück auf
Minister-Stein Schacht 3 ( 136 Tote ) beordert. Um 02:45 Uhr
rückten drei Trupps mit insgesamt 14 Mann unter Leitung von
Oberführer Fahrsteiger Lobbe ab. Um 04:00 Uhr fuhr ein Trupp
unter Gerät zur Erkundung an, der zweite um 06:00 Uhr zum
Transport Verunglückter. Durch Schießarbeiten kam es zu einer
Schlagwetterexplosion.
Am 16. Mai 1925 wurde die Feuerwache Rauxel um
17:30 Uhr zu einem Einsatz im
Schacht Dorstfeld 5 gerufen. Die 16 Mann starke Rettungstruppe
unter Leitung von Oberfeuerwehrmann Anton Kruk transportierte
zwei Verletzte und neun Tote am Seil in einem Stapel zur 7.
Sohle. Als Folge einer Explosion in der Sprengstoffkammer waren
46 Tote zu beklagen.
Am 20. Februar 1946 war die Grubenwehr Victor 3/4
zusammen mit anderen Grubenwehren beim größten deutschen
Grubenunglück auf der Zeche Grimberg 3/4 mit 409 Toten
Bergleuten, nach einer Schlagwetterexplosion.
02. - 17. April 1929 Victor 3/4,
Brand im Flöz Dickebank, Ort 3, 3. Sohle Es wurden 2
Dämme aus Lehm und Mauerwerk erstellt. Der Streb, in dem sich
der Brandherd befand, wurde mit Waschberge zugestürzt. Die
Arbeiten wurden von 4 Führern und 11 Wehrleuten ausgeführt.
Benutzte Geräte: 6
Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung.
09. - 12.
Dezember 1929 Victor 3/4, Brand im Flöz Berta,
2. Ostquerschlag, 4 Westen, 3. Sohle. Durch Auslaufen der
Firste war durch Selbstentzündung der Kohle ein Brand mit großer
Flammbildung entstanden. Da der Brandherd etwa 80 Meter vom
Querschlag entfernt war, konnte die Grubenwehr eine
Wasserleitung heranlegen und ihn durch Wasser löschen. Benutzte
Geräte: 4 Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung.
15. - 20.
Dezember 1930 Victor 3/4, Brand im Flöz Marie,
Ort 2 Westen, 3. Sohle Revier 4. Durch Zukippen
des Strebes mit Waschbergen und Lehm, sowie Herstellen von
mehreren Branddämmen aus Ziegelsteinen auf Ort 2 und auf der 4.
Sohle konnte der Brandherd abgeschlossen werden. 2 Führer und 4
Wehrleute mit Gasschutzgeräten waren im Einsatz.
Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung, 2
Rauchhelme ( System König )
27. - 30.
Januar 1931 Victor 1/2, Brand im Flöz Geitling,
Ort 5 Westen, Nordfeld. Der im Entstehen begriffene
Brandherd konnte innerhalb 3 Tagen von 1 Führer und 4 Wehrleuten
unter Benutzung von Gasschutzgeräten abgedämmt werden. Es wurden
auf Ort 4, 5 und 6 je ein Damm gesetzt.
10. - 16.
Februar 1931 Victor 1/2, Brand im Flöz Marie,
Ort 3, Osten, 3. Sohle
Der durch
Selbstentzündung entstandene Brand konnte durch Setzen von je 2
Dämmen auf Ort 3 und 2. Osten abgedämmt werden. Mit
Gasschutzgeräten arbeiteten 1 Führer und 5 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 6 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung, 2
Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.
05. - 15. Mai
1931 Ickern 1/2, Brand im Flöz Bertha, Strecke
6 Osten, 4. Ostquerschlag nach Süden Um den Brandherd
abzuschließen, wurden die Strebe sowieeine Blasmaschine
abgedichtet, während die Zuführungsstrecke zugemauert wurde. Die
Arbeiten sind von 1 Führer und 4 Wehrleuten ausgeführt worden.
Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung. 2
Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.
05. - 07. Juli
1931 Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, Streb
3-4, Westen, 5. Westquerschlag nach Norden. Der Brand
entstand durch Selbstentzündung des Bergversatzes der
abgedeckten unreinen Oberbank und wurde abgedämmt. 1 Führer und
2 Wehrleute setzten Branddämme in den Strecken 1, 2 3 und 4
Westen. Benutzte Geräte: 1 Dräger-Gerät Modell 24, Mundatmung,
2 Dräger-Druckschlauchgerät, Maskenatmung.
13. - 17. Juli
1931 Ickern 1/2, Brand im Flöz Bertha, 5.
Ostquerschlag, Strecke 5 Westen.
Durch setzen von 3
Mauerdämmen konnte der im Entstehen begriffene Brand abgedämmt
werden. Mit den Abdämmungsarbeiten waren 1 Führer und 4
Wehrleute beschäftigt. Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte Modell
24, Mundatmung. 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.
20. - 22. Juli
1931 Victor 3/4, Brand im Flöz Marie, Streb 1-2
Osten, 2. Querschlag nach Norden
Der Brand wurde im
Bergeversatz festgestellt. Die Örter 1 und 2 Osten wurden durch
Mauerdämme abgeschlossen, während der Streb 2 nach 3 Osten mit
Sand zugestürzt wurde. Benutzte Geräte: 3 Dräger-Geräte Modell
24, Mundatmung. 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.
29. April - 11.
August 1938 Ickern 1/2, Brand im Flöz Mathias
2, 5. Ortsquerschlag nach Süden, 3. Sohle.
Im 5. Ortsquerschlag nach Süden wird das Flöz Mathias 2 in zwei
Streben von der 3. zur 2. Sohle gebaut. In dem Streb 3. Sohle -
Ort 2 wurde am 29. April der Austritt von Brandgasen
festgestellt, die von einem an einer Störung im Versatz
anscheinend durch Selbstentzündung entstandenen Brand
herrührten. Zunächst wurde der Streb Ort 2 - 2. Sohle unter
Anwendung von Gasschutzgeräten ausgeraubt und dann in die
Sohlenstrecke und in die Strecke Ort 2 je ein Damm gesetzt. Als
es sich jedoch zeigte, daß diese Maßnahme nicht genügte, wurde
die endgültige Abdämmung in den Querschlägen vorgenommen. Stärke
der eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 10 Wehrleute, Benutzte
Geräte: 13 Dräger-Bergbaugeräte Modell 1924, Mundatmung.
24. - 27. Juli
1942 Ickern 1/2, Firstenbrand im Flöz
Sonnenschein, 1. Westquerschlag nach Norden, 5. Sohle
Durch Selbstentzündung von angebauter Kohle brach an einer
Überschiebung in der Strecke 1. Westen ein Firstenbrand aus, der
ausgegraben und abgelöscht werden konnte. Zur Sicherheit wurden,
da es sich um einen abgebauten Feldteil handelte, noch einige
Dämme errichtet und die Strecke unter Wasser gesetzt. Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 6 Wehrleute. Benutzte Geräte:
10 Dräger-Bergbau-Geräte, Modell 160A, Mundatmung
26. November
1942 Ickern 1/2, Austritt von
Schwefelwasserstoff, 6. Ostquerschlag nach Norden, 4. Sohle.
Hinter einem Wasserdamm staute sich
schwefelwasserstoffhaltiges Wasser, das durch eine Rohrleitung
in den Pumpensumpf abgeführt wird. Bei Reparaturarbeiten an
dieser Leitung wurde die Verwendung von Gasschutzgeräten
notwendig. Benutzte Geräte: 2 Dräger-Bergbau-Geräte,
Modell 160A, Mundatmung. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 1
Führer, 1 Wehrmann.
11. September
1947 Victor 3/4, Bergung von Menschen, Streb 1
Westen Flöz Wilhelm
( Kohlenstaubexplosion ) Hauptquerschlag nach Süden, 5. Sohle.
Am 11. September
ereignete sich im Flöz Wilhelm in der Hauptabteilung nach Süden
der 5. Sohle eine örtliche Kohlenstaubexplosion, die nach den
Ermittlungen durch einen Schuß im Streb ausgelöst wurde. Im
Bereich der Explosion und ihrer Auswirkung befanden sich
insgesamt 13 Bergleute, von denen von der sofort eingesetzten
Grubenwehr nur 7 lebend geborgen werden konnten, während bei den
restlichen 6 der Tod infolge Verbrennung bzw. Erstickung bereits
eingetreten war. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer,
12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG 160A, Mundatmung
26. August -
06. September 1947 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Sonnenschein 10. Ostquerschlag nach Norden Ort 2, 4.
Sohle. Anzahl der Geräte: 5 BG-160 A, 1 Druckschlauchgerät
mit Preßluft.
05.- 17.
Januar 1948 Ickern 1/2, Einsatz im
6.Ostquerschlag n. Norden. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 5 Wehrleute. Anzahl der Geräte: 5 BG-160 A.
Verbrauchte Alkalipatronen 24
22. Januar -
19.Februar 1948 Victor 3/4, Brand im Flöz Wilhelm, 1.
Westquerschlag nach Süden zwischen der 4. und 5. Sohle. Stärke
der eingesetzten Grubenwehr: 22 Wehrleute von Victor 3/4.
6 Wehrleute von Ickern 1/2. 8 Wehrleute von Victor 1/2.
Eingesetzte Geräte 10 BG-160 A,
343 verbrauchte Alkalipatronen.
19. Februar -
09. März 1949 Victor 3/4, Austritt von
Brandgasen, Flöz Mathias, 1. und 2. Ostquerschlag nach Süden, 4.
Sohle. Aus dem abgedämmten Brandfeld auf der 4. Sohle
traten Brandgase aus. Zwecks weiterer Abdichtung wurden im 2.
Ostquerschlag nach Süden und in den Ortsquerschlägen 3 und 4 je
eine weitere Abschlußmauer gesetzt, ferner im 1. Ostquerschlag
eine Brandmauer hergestellt und die Wölbung der Firste
verlängert. Nachdem daraufhin in der abgeworfenen Sohlenstrecke
des in der Nähe liegenden Flözes Anna Brandgase austraten, wurde
auch hier abgedämmt. Eigene Grubenwehr: 4 Führer, 9 Wehrleute.
Berufsfeuerwehr Victor 1/2: 1 Führer, 3 Wehrleute. 87
verbrauchte Alkalipatronen.
23. Februar -
02. März 1949 Ickern 1/2, Brand im 6.
Ostquerschlag nach Norden, 3. Sohle
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 9 Wehrleute.
Eingesetzte Geräte: 6 BG-160 A, Verbrauchte Alkalipatronen
54.
07. - 24.
September 1949 Victor 3/4, Brand im Flöz
Dickebank, 3. Westquerschlag nach Norden, Streb Ort 2 -
Ort 3 Osten. Auf der Strecke Flöz Dickebank Ort 3 Osten
wurde Brandgeruch wahrgenommen. Daraufhin wurde auf Ort 3 die
Flözstrecke am Querschlag zu beiden Seiten mit Wölbung der
Firste abgedichtet. Gleichzeitig wurde auf Ort 2 und auf der 5.
Sohle mit dem Setzen von Dammmauern begonnen. Diese wurden
geschlossen, als sich am 11. September eine starke
Rauchentwicklung bemerkbar machte. Anschließend wurden der obere
Strebteil und die Kopfstrecke zugeblasen. Eigene Grubenwehr: 6
Führer, 28 Wehrleute. Feuerwehr Victo1/2: 3 Führer,
13 Wehrleute. Benutzte Geräte: 24 BG-160 A, Mundatmung. 623
verbrauchte Alkalipatronen.
11. Februar -
03. März 1951 Victor 3/4, Brand im Flöz Präsident,
7. westliche Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
Durch das Auftreten von Brandgasen wurde in einem vor zwei
Monaten längs einer Störung auslaufenen und zu Bruch gegangenen
Streb in Flöz Präsident ein Flözbrand festgestellt. Zur
Bekämpfung des Brandes mußten 3 Branddämme errichtet werden. Die
Dämme wurden als Doppelmauerdämme gebaut, die durch Gesteinstaub
noch besonders abgedichtet wurden. Als vorsorgliche Maßnahme
wurden weiterhin noch schnell verschließbare Maueransätze im
festen Gebirge aufgeführt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5
Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, Mundatmung,
2 Dräger-Frischluftgeräte Maskenatmung, 216 verbrauchte
Alkalipatronen
11. - 20. April
1951 Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, 3.
westliche Abteilung nach Norden, 5.
Sohle. In den unteren Teil des Strebes 3 Osten im Flöz
Dickebank wurde ein Flözbrand festgestellt. Das Ausräumen des
Brandes führte nur vorübergehend zum Erfolg. Als nach einigen
Tagen der Brand wieder auflebte, mußte der Betrieb abgedämmt
werden. Zu diesem Zweck wurde ein Abhauen in Flöz Dickebank mit
Sand abgekippt und eine Reihe von Preßdämmen errichtet. Stärke
der eingesetzten Grubenwehr: 7 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte
Geräte: BG-160 A, Mundatmung, Verbrauchte Alkalipatronen 160.
12. - 17.
August 1951 Victor 3/4, Brand im Flöz Ernestine
II, 6. westliche Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
Im unteren Teil des Strebes 3-4 Osten Flöz Ernestine 2, entstand
durch Selbstentzündung ein Flözbrand, auf den man durch
austretende Brandgase aufmerksam wurde. Die Grubenwehr mußte zur
Bekämpfung des Brandes umfangreiche Abdämmungsarbeiten
vornehmen. Insgesamt wurden 6 Mauerdämme errichtet, von denen
zwei noch zusätzlich abgepresst wurden. Ein Aufhauen wurde in
Flöz Ernestine 2 mit Sand zugekippt. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 15 Wehrleute, Benutzte Geräte: 6 BG-160 A, 99
verbrauchte Alkalipatronen.
31. Oktober -
08. November 1951 Victor 3/4, Streckenbrand im
Flöz Präsident, 7. Westquerschlag nach Süden, 5. Sohle.
Zur Bekämpfung eines offenen Streckenbrandes auf der Strecke
1 Westen, errichtete die Grubenwehr einen Preßdamm. Ein Streb in
Flöz Röttgersbank mußte zur Abdämmung mit Sand und Gesteinstaub
abgekippt werden. Anschließend wurden die Grubenbaue von der 5.
Sohle bis Ort 2 unter Wasser gesetzt. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 5 Führer, 17 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG-160 A,
Mundatmung, 155 verbrauchte Alkalipatronen.
01. - 16.
Dezember 1951 Victor 3/4, Brand im Flöz
Wasserfall, Hauptquerschlag nach Norden, 5.Sohle. Die
Grubenwehr bekämpfte einen durch Selbstentzündung entstandenen
Flözbrand. In der Kopf- und Ladestrecke wurden je 3 Mauerdämme
errichtet, deren Zwischenräume mit einer
Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst wurden. Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer,
12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 4 BG-160 A, 4 Dräger -
Frischluftgeräte, Mundatmung, verbrauchte Alkalipatronen 12
Stück
03. - 05.
November 1952 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Präsident, 2. östliche Abteilung nach Norden, 4. Sohle.
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 20 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 15 BG-160 A, Verbrauchte Alkalipatronen 90 Stück
15. November -
23. Dezember 1952 Victor 3/4, Brand im Flöz
Karl, 3. westl. Abtlg. nach Süden, 5. Sohle. In der
Kopfstrecke im Flöz Karl wurden Brandgase festgestellt, die auf
einen Schwelbrand schließen ließen. Zur Abdämmung der
Abbaustrecke an den Ortsquerschlägen wurden insgesamt 6
Pressmauerdämme errichtet. Weiterhin wurden an 5 Stellen
Blasversatzpfropfen eingebracht. Der Bergebunker wurde mit Sand
und Staub verschlämmt. 2 Ortsquerschläge mussten auf einer Länge
von 10 m mit einem Ziegelsteingewölbe versehen werden. Stärke
der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 30 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 24 BG-160 A, 2 Maskenatmung, 22 Mundatmung, verbrauchte
Alkalipatronen 391 Stück
20. - 21.
November 1952 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Sonnenschein, 4.östl.Abt.n.Süden, 5. Sohle In
einer Überschiebungszone in Streb Flöz Sonnenschein wurde ein
Kohlepacken von 2 m Mächtigkeit angebaut. An dieser Stelle
entstand einige Zeit später ein Flözbrand, den man dadurch zu
bekämpfen suchte, dass man auf der oberen Abbaustrecke die Sohle
ausräumte und mit Sand verfüllte. Infolge des vorher verwandten
sehr grobstückigen Versatzgutes breitete sich der Flözbrand
jedoch schnell aus und man entschloss sich, den Betrieb
abzudämmen. Auf der Wettereinziehseite wurde der Brand durch
eine Gewölbemauerung, im Querschlag auf der
Wetterausziehseite durch einen Pressmauerdamm im Ortsquerschlag
abgeschlossen. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 8
Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung,
01. -
23.Dezember 1952 Victor 3/4, Brand im Flöz
Karl, Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 10 Wehrleute,
Benutzte Geräte: BG-160 A, verbrauchte Alkalipatronen 185.
21. - 26. Mai
1953 Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 2.
Ostquerschlag n. Süden, 5. Sohle.
Im Streb 3 Osten, Flöz Dickebank, wurde zu Beginn der
Morgenschicht an einer Störung Brandgeruch festgestellt.
Zunächst wurde versucht, den Austritt der Brandgase durch
Abdecken der Böschung mit Sand zu unterbinden. Da die
Rauchentwicklung immer stärker wurde, musste jedoch der Betrieb
abgedämmt werden. Hierzu wurden in den Flözstrecken je 2
Pressdämme errichtet. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2
Führer, 8 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung.
Verbrauchte Alkalipatronen 65 Stück
12. September -
07. Dezember 1953 Victor 3/4, Brand im Flöz
Röttgersbank Mulden Nord- und Südflügel,. Westquerschlag n
Norden. An einer Störung im Flöz Röttgersbank entstand ein
Flözbrand, der zunächst örtlich durch Verkippen des Strebs mit
Sand und Feinberge sowie durch Setzen eines Sandsack und
Mauerdammes am Strebeingang in der Kohlenabfuhrstrecke bekämpft
wurde. Trotz weiterer Abdichtungsmaßnahmen entwickelte sich der
Brand derart, dass ein Übertritt des Brandes auf den
Streckenausbau befürchtet werden musste. Es wurde daher der
Entschluss gefasst, die Muldenstrecke und den mit dieser Strecke
zusammenhängenden Abbaubetrieb im Muldenflügel aufzugeben. Zur
Abdichtung musste in einem Bunker eine Betondecke eingebracht,
der Streb im Muldenflügel verkippt und im Querschlag eine 17 m
lange Gewölbemauerung errichtet werden. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 6 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 30 BG-160
A, davon
27 Mundatmung, 3 Maskenatmung, 5 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte,
Mundatmung
13. - 22.
November 1953 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Dickebank, 6.östl. Abtlg. nach Süden, 5. Sohle In Flöz
Dickebank war in der Querschlagachse des 6. Querschlages Ost-Süd
ein Kohlenbunker ausgespart worden. In diesem Bunker traten am
13.11 an einer Störung Brandgase aus. Der Bunker wurde mit Sand
zugeschlämmt. Die Querschlagsohle sowie die Flözstrecke wurden
80 cm tief ausgehoben und ebenfalls mit Sand verschlämmt. Es
zeigte sich jedoch, dass diese Abdichtungsmaßnahmen nicht
genügten, da der Sprung sich bis in die Grundstrecke erstreckte
und das von dort aus noch Schleichwetter zum Brand gelangten. Es
wurden daher der Querschlag und die Grundstrecke mit einer
Gewölbemauerung versehen, die zusätzlich noch abgepresst wurde.
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 12 Wehrleute.
Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung, 30 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte, Mundatmung.
Verbrauchte Alkalipatronen 64
26. Januar -
27. März 1954 Victor 3/4, Brand im Flöz
Präsident, Hauptabteilung nach Norden,
4. Sohle. Am 26. Januar wurden bei Raubarbeiten in der
Kopfstrecke Flöz Präsident nach Westen im Bereich des
Hauptquerschlages nach Norden Brandgase festgestellt. Zunächst
errichtete die Grubenwehr in der Kopfstrecke sowie in der
Ladestrecke je 1 Doppel-Pressmauerdamm. Als nach dem Abpressen
dieser beiden Dämme Brandgase in der als Hilfsrichtstrecke vom
Hauptquerschlag bis zum zweiten westlichen Querschlag dienenden
Flözstrecke von Flöz Röttgersbank austraten, musste auch hier
ein Pressmauerdamm errichtet werden. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 6 Führer 24 Wehrleute.
Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, 3 Maskenatmung, 9 Mundatmung, 2
Dräger-Schlauchgeräte, 10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte.
Verbrauchte Patronen: 96 Alkalipatronen,
64 CO-Filterbüchsen.
02. - 09.
September 1954 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Dickebank, 4. östl. Abtlg.n. Süden, 5. Sohle Der
steil gelagerte Streb Flöz Dickebank 2 nach Osten war schon seit
längerer Zeit gestundet und mit Sand abgekippt worden. Das
Ausrauben der Strecken stand vor dem Abschluss. Am 02.09 wurde
in der Kopfstrecke eine Erhöhung der Temperatur festgestellt.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass im Versatz durch
Selbstentzündung von Kohle ein Flözbrand entstanden war. Die
Abdämmung der Ladestrecke erfolgte durch einen
Blasbergdamm, während die Kopfstrecke durch 2 Mauerdämme
abgedämmt wurde. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer,
12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 8 BG-160 A, Mundatmung.
Verbrauchte Patronen: 168 Alkalipatronen.
28. September -
18. Oktober 1954 Victor 3/4, Firstenbrand im Flöz
Wasserfall, 1. östl. Abtlg. nach Norden, 5. Sohle. In
der Kopfstrecke im Flöz Wasserfall, Ort 2 nach Osten, im Bereich
des Abteilungsquerschlages wurde der Austritt von Brandgasen aus
der Firste festgestellt. Die Grubenwehr brachte zur Bekämpfung
des Firstenbrandes zwischen dem Türstockausbau und dem später
eingebrachten Polygonausbau eine Verschalung an, die mit Sand
hinterfüllt wurde. Diese Verschalung wurde später durch
eingesetzte Rohre mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe
hinterpresst. Durch diese Massnahme kam der Flözbrand zum
Erliegen. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 15
Wehrleute. Benutzte Geräte: 5 BG-160 A, Mundatmung, 2
Dräger-Schlauchgeräte. Verbrauchte Patronen: 10 Alkalipatronen.
06. - 25.
Oktober 1954 Victor 3/4, Firstenbrand in der
südwestlichen Richtstrecke, 5. Sohle
In der in Auffahrung befindlichen Richtstrecke entstand an
einer Stelle, an der vorher ein größerer Streckenbruch gefallen
war, ein Firstenbrand. Die Grubenwehr brachte auf etwas 18 m an
der Brandstelle ein Betongewölbe ein. Hinter diesem Gewölbe
wurde die Bruchglocke mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe
verpresst. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 27
Wehrleute, Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, Mundatmung. Verbrauchte
Patronen: 62 Alkalipatronen
21. Januar -
01. Februar 1955 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Dickebank, 6. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
Nach Abbau des Strebes zwischen der 5. Sohle und Ort 2 und nach
Ausrauben und Zusetzen der Flözstrecke traten im Querschlag Ort
2 aus dem Flöz Dickebank Brandgase aus. Wegen des stark
zerklüfteten Gebirges wurde im Querschlag eine Gewölbemauerung
errichtet. Hinter das Gewölbe wurden große Mengen an
Sand-Zement-Gesteinstaubtrübe verpresst. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 8 Führer, 18 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5
Frischluftgeräte Maskenatmung, 12 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte
Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 96 CO-Filterbüchsen.
03. Februar -
04. März 1955 Victor 3/4, Brand im Flöz
Wasserfall, Hauptabteilung nach Norden, 5. Sohle.
Durch Selbstentzündung entstand im Versatzfeld des Strebes
von Ort 3 zur 5. Sohle ein Brand, der sehr schnell an Umfang
zunahm. Der Streb musste daher abgedämmt und auch in den
Flözstrecken der darunter liegenden, bereits verhauenen Streben
mussten Branddämme errichtet werden. Besonders schwierig
gestaltete sich die Abdämmung von Ort 3, weil die unter der
Streckenfirste abziehenden Rauchschwaden so heiss waren, dass
selbst ein Arbeiten mit Asbesthelmen und Handschuhen kaum
möglich war. Die Abdämmung musste daher in dieser Strecke
zurückverlegt werden. Das Abpressen der Dämme konnte nach
wenigen Tagen ohne Gasschutzgeräten weitergeführt werden. Stärke
der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 29 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 14 BG-160 A, 4 BG-170/400, 5 Frischluftgeräte
Mundatmung, 18 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 618 Alkalipatronen 9 x 18-24, 4 Alkalipatronen 9 x 18-28, 150 CO-Filterbüchsen.
03.November
1955 - 12. Januar 1956 Victor 3/4, Brand im
Flöz Karl, 2. östl. Abteilung nach Norden, 5. Sohle.
Beim Zukippen eines abgeworfenen Strebes in Flöz Karl wurden
Brandgase festgestellt, die von einem durch Selbstentzündung
entstandenen Flözbrand in dem stillgelegten Streb selbst oder
aus dem westlich davon befindlichen Kohlenbein herrührten. Nach
Feststellung der zunächst noch geringen Brandgasentwicklung
wurde das Abkippen des Strebes verstärkt fortgesetzt. Im Laufe
der folgenden Nacht wurden die Rauchgase jedoch so dicht, dass
Branddämme in der Kopf- und Grundstrecke des Strebes gesetzt
werden mussten. Die Dämme wurden von der Grubenwehr als doppelte
Pressmauerdämme ausgeführt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr:
6 Führer, 30 Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-160 A, 10
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 319
Alkalipatronen, 102 CO-Filterbüchsen
23. November
1955 - 10. Januar 1956 Ickern 1/2, Flöz
Wilhelm, Offener Streckenbrand, 6.- 8. östl. Abteilung nach
Süden, 5. Sohle. In der Kopfstrecke des Abbaubetriebes
in Flöz Wilhelm wurde ein offener Streckenbrand festgestellt. Da
oberhalb der Kopfstrecke die Kohle noch ansteht, ist zu
vermuten, dass der offene Streckenbrand sich aus einem
Firstenbrand entwickelt hat. Der Streb wurde auf der 5. Sohle
abgemauert und die Kopfstrecke auf etwas 100 m zugeblasen. Da
auch an anderen Stellen Brandgase auftraten, waren weitere
Abdichtungsarbeiten noch erforderlich. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 6 Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160
A, 4 Dräger - Druckschlauchgeräte Mundatmung, 6
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen:
582 Alkalipatronen, 106 CO-Filterbüchsen,
22. Dezember
1955 - 02. Januar 1956 Ickern 1/2, Brand im
Flöz Dickebank, 2. östl. Abteilung nach Süden, 4. Sohle.
Im Versatzfeld eines Abbaubetriebes in Flöz Dickebank war an
einer Störungszone ein Kohlenbein stehen geblieben, hinter dem
neu aufgehauen worden war. In diesem Kohlenbein war durch
Selbstentzündung der Kohle ein Flözbrand entstanden. Zur
Abdichtung des Brandes wurde in der Kopfstrecke durch die
Grubenwehr ein 30 m langer Waschbergpfropfen eingebracht und
abschließend in der Grund- und Kopfstrecke je ein doppelter
Pressmauerdamm errichtet. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2
Führer, 6 Wehrleute. Benutzte Geräte:
10 BG-160 A Mundatmung, Verbrauchte Patronen: 56
Alkalipatronen
03. - 10. März
1956 Ickern 1/2, Brand im Flöz Karl, 6.
östl. Abteilung nach Norden, 2. Sohle
Auf der stark verbrochenen 2. Sohle wurden Brandgase
festgestellt, die auf einen Schwelbrand schließen ließen. Der
Schwelbrand befand sich in der Nähe des 6. östlichen
Querschlages im Flöz Karl. Durch die Grubenwehr wurde die
östliche Richtstrecke am Schacht 2 und die Hilfsrichtstrecke im
Flöz Wilhelm an der 8. östlichen Abteilung nach Norden durch
doppelte Pressmauerdämme abgedämmt. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 7 Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte:
6 BG-160 A Mundatmung, 8 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte
Mundatmung. Verbrauchte Patronen:
9 Alkalipatronen, 100 CO-Filterpatronen.
25. - 31. März
1956 Victor 3/4, Firstenbrand im Flöz Karl, 1.
östl. Abteilung nach Norden, Muldennordflügel, 5. Sohle.
In Flöz Karl war auf Ort 4 nach Westen in den Jahren
1938/1939 eine Untersuchungsstrecke getrieben worden.
Anschließend war die Strecke mit einer Scheibenmauer wieder
geöffnet und die Strecke aufgewältigt, da man mit dem Abbau
beginnen wollte. Die oberhalb der Firste anstehende Kohle war
sehr zermürbt, so dass zum Teil mit Getriebezimmerung gearbeitet
werden musste. Am 25. März entstand in der Firste dieser Strecke
30 m unterhalb des Ortquerschlages ein offener Brand. Die
Grubenwehr konnte den Brand mit Wasser löschen. Um ein
Wiederaufflackern des Brandes zu verhindern, wurde die Strecke
mit einem Pressmauerdamm abgedämmt. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 5 Führer, 21 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12
BG-160 A Mundatmung, 8
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen:
95 Alkalipatronen, 16 CO-Filterpatronen.
02. - 16. Juni
1956 Victor 3/4, Offener Streckenbrand im Flöz
Karl, 4. östl. Abteilung nach Norden, Muldensüdflügel, 5. Sohle.
In der Kopfstrecke des Abbaubetriebes in Flöz Karl vor der
Ortsbrust brach ein offener Streckenbrand aus. Die Kopfstrecke
wird in dieser Strecke von einer Überschiebung begleitet, durch
welche die Flözmächtigkeit bis auf 5 m ansteigt. Der Brand ist
wahrscheinlich durch Selbstentzündung dieser Störungskohle
entstanden. Zu diesem Zweck wurden in der Kopfstrecke ein
längerer Bergepfropfen eingeblasen und mit Staub verpresst. Im
Streb errichtete die Grubenwehr einen 10 m langen Sandsackdamm.
Auch hier wurde die endgültige Abdichtung durch Einpressen von
Gesteinstaub in den Sandsackdamm und den Bergeversatz erreicht.
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 24 Wehrleute.
Benutzte Geräte: 12 BG-160 A Mundatmung,
10 BG-170/400 Mundatmung, 8 Doppel-CO-Filtergeräte.
Verbrauchte Patronen. 270 Alkalipatronen, 48
CO-Filterpatronen.
01. - 04. Juli
1956 Ickern 1/2, Firstenbrand im Flöz Wilhelm,
8. östl. Abteilung nach Süden, Muldensüdflügel, 5. Sohle.
Am Sonntag den 01. Juli wurde durch die Brandwache ein
Grubenbrand im 8. östl. Querschlag in Flöz Wilhelm gemeldet. Der
Brand musste abgedämmt werden. Mit einer Blaskanone wurde die
Sohlenstrecke 20 m lang zu geblasen und durch einen doppelten
Damm abgeschloßen.Die ausziehenden Brandgase gelangten über die
Kopfstrecke und einem Bunker zu Ort 2 Kopfstrecke und Bunker
wurden durch die Grubenwehr verkippt und anschließend mit einer
Gesteinstaub-Zementtrübe verschlämmt. Stärke der
Grubenwehr: 8 Führer, 10 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 10 BG-160 A Mundatmung, 8 Dräger-CO-Filtergeräte
Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 93 Alkalipatronen, 20
CO-Filterpatronen.
02. - 30.
August 1956 Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, 4.
östl. Abteilung nach Norden, Muldennordflügel, 5. Sohle.
In dem Streb traten Brandgase aus. Die Brandgase kamen von
einem Schwelbrand, der sich etwa 75 m unterhalb der Kopfstrecke
in einem stark verworfenen Teil des Flözes entwickelt hatte.
Versuche, den Brand örtlich durch Einschlämmen von
Gesteinstaubtrübe zu bekämpfen, waren nicht erfolgreich und
scheiterten an der immer dichter werdenden Rauchentwicklung, so
dass eine Abdämmung der gesamten Abteilung nicht zu umgehen war.
Zu diesem Zweck errichtete die Grubenwehr an den Querschlägen
auf der 4. und 5. Sohle sowie in einer Flözstrecke in Flöz Karl
je einen doppelten Mauerdamm, der zunächst mit trockenen
Gesteinstaub verfüllt und dann mit einer
Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst wurde. Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 25 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 12 BG-160 A, 4 BG-170/400,
10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen:
244 Alkalipatronen, 96 CO-Filterpatronen.
13.November -
03. Dezember 1956 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Dickebank, 12. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
Bei der Spurlattenreparatur im Sumpf eines Blindschachtes
bekam ein Mann Kopfschmerzen. Durch den Blindschachtsumpf geht
das Flöz Dickebank. Man wurde auf diese Weise auf einen
Schwelbrand, der sich in dem darunter befindlichen Abbaubetrieb
in Flöz Dickebank entwickelt hatte, aufmerksam. Im
Grubenwehreinsatz wurde der Sumpf des Blindschachtes zum
Verkippen hergerichtet. Nachdem die Grundstrecke des Strebes
zugeblasen und mit einem Pressmauerdamm abgeriegelt worden war,
wurde von der Grubenwehr der Blindschachtsumpf mit Sand verfüllt
und verschlämmt. Bei diesen Arbeiten verunglückte ein
Grubenwehrmann im
CO-Filtergerät tödlich. Stärke der eingesetzten Grubenwehr:
1 Führer, 7 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5 BG-160 A, 4
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 5
Alkalipatronen, 18
CO-Filterpatronen
16. November -
19. Dezember 1957 Victor 3/4, Brand im Flöz
Sonnenschein, 5.westl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
Während des Zukippens des abgeworfenen Strebes 1 Osten, Ort
2, Flöz Sonnenschein, traten in der Kopfstrecke Brandgase aus.
Die eingesetzte Grubenwehr kippte den noch offen stehenden
Strebteil mit Sand zu. Die Sohle der Kopfstrecke wurde im
Streichen durch einen 30 cm tiefen Sand-Gesteinstaubriegel
abgedichtet. In die Grundstrecke auf der 5. Sohle wurde 30 m
östlich vom 5. Westquerschlag ein Pressmauerdamm eingebracht.
Der westl. des 3. Westquerschlages abgeworfene und bereits
früher abgedichtete Teil dieser Grundstrecke musste ebenfalls
mit einem doppelten Mauerdamm, der mit Gesteinstaub verblasen
wurde, nachgedichtet werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr:
4 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A
Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 294 Alkalipatronen
02. - 26.
Februar 1958 Ickern 1/2, Brand im Flöz
Wasserfall, 10 östl. Abteilung nach Süden,
In der Kopfstrecke des Flözes Wasserfall, Ort 2 Osten, wurde in
den Wettern Kohlenoxyd festgestellt. Daraufhin wurde die Strecke
durch einen Gesteinstaubdamm abgeriegelt, auf eine Länge von 10
m mit Waschbergen verblasen und durch einen doppelten
Ziegelsteinmauerdamm, der mit trockenem Gesteinstaub verblasen
wurde endgültig abgedichtet. Die Grundstrecke wurde ebenfalls
durch einen Branddamm abgeriegelt und außerdem in der
Kopfstrecke etwa 30 m der Versatz verschlämmt. Stärke der
Grubenwehr: 7 Führer, 17 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10
BG-160 A, 10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte, 1 Druckschlauchgerät
Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 175
Alkalipatronen, 104
CO-Filterpatronen.
14. - 23. Mai
1958 Ickern 1/2, Brand im Flöz Sonnenschein,
12.östl. Abt. nach Süden, 5. Sohle
In der Flözstrecke Flöz Sonnenschein auf Ort 2 Westen wurde
Kohlenoxyd festgestellt. Der Streb war bereits mit Sand
verspült. Zur weiteren Abdichtung wurde auch die Sohle der
Kopfstrecke auf 10 m Länge mit Sand und Gesteinstaub
verschlämmt. Trotz dieser Maßnahme stieg der CO-Gehalt weiter
an. Daraufhin wurde auf der 5. Sohle die Grundstrecke in Flöz
Sonnenschein durch einen doppelten Mauerdamm, der verpresst
wurde, abgeriegelt. Stärke der Grubenwehr: 3 Führer, 17
Wehrleute: Benutzte Geräte: 18 BG-160 A. Verbrauchte
Patronen: 23 Alkalipatronen.
11. - 20. Juli
1958 Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank,
12.östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle Durch
Selbstentzündung ausgelaufener Kohle im Streb 1 Osten, Flöz
Dickebank, auf der 5. Sohle entstand ein Flözbrand. Zur
Bekämpfung wurden der offene Strebraum mit 300 Wagen Sand
verkippt und die Kopf- und Grundstrecke durch zwei 15 m lange
Blasbergepfropfen mit Abschlussmauer, die durch Einblasen von
trockenem Gesteinstaub abgedichtet wurden, abgedämmt. Stärke der
Grubenwehr: 5 Führer und 16 Wehrleute von Ickern 1/2, 6
Wehrleute von Victor 3/4, 11 Wehrleute vom Werkschutz Victor.
Benutzte Geräte: 22 BG-160 A, Verbrauchte Patronen: 206
Alkalipatronen.
21. August -
17. September 1958 Victor 3/4, Brand im
Flöz Gretchen, 4. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.
In der Kopfstrecke Flöz Gretchen, Muldensüdflügel nach Osten
wurden aus dem Bruchfeld der Austritt von Brandgasen
festgestellt. Zur Bekämpfung des im Bruchfeld entstandenen
Brandes wurde zunächst die Kopfstrecke eingeschalt, die Schalung
mit Sand verfüllt und mit trockenem Gesteinstaub verblasen.
Außerdem wurde alles zur Abdämmung vorbereitet. Es wurden Mauern
in Kopf- und Grundstrecke angesetzt, Material zur Abdämmung
bereitgehalten und in der Kopf- und Grundstrecke selbsttätige
Wasserlöscheinrichtungen eingebaut. Da eine vollkommene
Dichtigkeit durch Einschalen und Verpressen mit Gesteinstaub
nicht zu erreichen war, wurde vom 30. Oktober 1958 an die
Kopfstrecke mit Jute, hinter die Isoschaum gespritzt wurde, auf
etwa 100 m eingewölbt. Auf diese Wölbung wurde zusätzlich eine
neuartige Abdichtungsmasse (Gusanon-Bergbau) aufgebracht. Damit
konnte eine hinreichende Dichtigkeit erzielt werden, so dass der
Brand erlosch und der Streb weiterlaufen konnte. Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 23 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 9 BG-160 A, 6
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung: Verbrauchte Patronen:
10 Alkalipatronen, 36 CO-Filterpatronen.
21. - 24.
Dezember 1958 Victor 3/4, Firstenbrand im
Flöz Wilhelm, 1. westl. Abteilung nach Süden, 6. Sohle.
Nach feststellen von Brandgeruch auf der Teilsohle Flöz
Röttgersbank nach Osten entdeckte die sofort angefahrene
Grubenwehr einen offenen Brand in der Firste der
Teilsohlenstrecke. Der Streckenausbau war zum Teil ausgeraubt
und die Abbaustrecke an der Einmündung zum Teilsohlenquerschlag
mittels eines Bergedammes und einer Ziegelsteinmauer früher
abgedämmt worden. Zunächst wurde mit Feuerlöschern und mit
Wasser das Feuer gelöscht. Durch anschließendes Setzen von
Branddämmen in der Strecke östlich und westlich des Brandherdes
wurde der Brand abgedämmt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5
Führer, 25 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5 BG-170/400,
5 BG-160 A, 4 Dräger-Druckschlauchgeräte Mundatmung.
Verbrauchte Patronen: 72 Alkalipatronen.
08. Januar -
18. Februar 1959 Victor 3/4, Brand im
Flöz Röttgersbank, 1. westl. Abt., 6. Sohle In
der Kopfstrecke eines bereits abgeworfenen und mit Sand
verkippten Strebes in Flöz Röttgersbank auf Ort 2 wurde
Kohlenoxyd festgestellt. Wahrscheinlich hatten sich Kohlenreste
im Versatz entzündet. Zur Abdämmung des Brandes mussten auf der
6. Sohle in der Grundstrecke des Strebes, in 2 Stichquerschlägen
aus Flöz Wilhelm und in der Kopfstrecke auf Ort 2 zunächst
Schnelldämme aus Branddammkissen errichtet werden. Die
endgültige Abdämmung erfolgte durch das Setzen von doppelten
Ziegelmauerdämmen, die mit Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst
wurden. Ferner war es notwendig, vom Damm in der Grundstrecke
aus nach beiden Seiten im Querschlag Abdichtungsarbeiten
durchzuführen, da dort noch Schleichwetterströme einzogen. Zu
diesem Zweck wurden vom Damm ab die Firste und die Stöße der
Grundstrecke und weiterhin des Querschlages im Bereich der
Streckenkreuzung mit Jute bespannt, hinter die Isoschaum
gepresst wurde. Zur weiteren Abdichtung wurde die Jute mit einem
luftdichten- und elastischen Film von "Gusanon" überspritzt.
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer,
26 Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-160 A,
NEU 5 BG-172 Mundatmung, 4
Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Maskenatmung. Verbrauchte
Patronen: Alkalipatronen 242, CO-Filterbüchsen
84.
13. - 23.
Januar 1960 Victor 3/4, Brand im Flöz
Dickebank, 2 Osten 2. Westquerschlag nach Norden, 5.
Sohle. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 34
Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-172 Verbrauchte Alkalipatronen
165 Stück
07. - 10.
Dezember 1960 Victor 3/4, Brand im Flöz Karl,
Sohlenstrecke nach Westen, Hauptquerschlag nach Norden, 4.
Sohle. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 36
Wehrleute. Benutzte Geräte: 16 BG-172. Verbrauchte
Alkalipatronen 65 Stück
30. Juli - 31.
Dezember 1961 Victor 3/4, Brand im Flöz
Röttgersbank, 2. Ostquerschlag nach Norden, 5. Sohle
Der Brand in Röttgersbank war einer der größten Brände einer
Ruhrzeche. Es wurden insgesamt 2080 Schichten verfahren wobei
über 50 Branddämme einschließlich Vordämme gesetzt wurden.Stärke
der eingesetzten Grubenwehr(GW-Victor 3/4,GW-Ickern 1/2,GW-Königsborn) : 61 Wehrleute. Benutzte Geräte: 20 BG-160
A, 10 BG-170/400, 13 BG-172, 30 Doppel - CO -Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 2704
Alkalipatronen, 300 CO-Filterpatronen.
01. - 31.
Dezember 1962 Victor 3/4, Brandfeldeinengung
Flöz Röttgersbank (Brand 1961)
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 45 Wehrleute. Benutzte
Geräte: Alle vorhandenen Geräte im Wechsel. Verbrauchte
Alkalipatronen 600 Stück
20. November -
04. Dezember 1962 Victor 3/4, Brand im Flöz
Karl, 2. Ostquerschlag nach Norden, 4.Sohle. Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 32 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10
BG-160 A 5 BG-172. Verbrauchte Alkalipatronen 140 Stück
07. - 08. April
1963 Victor 3/4, Brand im Flöz Sonnenschein
nach Westen, 1. östl. Abteilung nach Norden, 6. Sohle.
Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 49 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 20 BG-172 10 BG-160 A. Verbrauchte Alkalipatronen 141
Stück
25. Juli - 31.
August 1965 Ickern 1/2, Offener
Grubenbrand im Flöz Gretchen, 12. Ostquerschlag nach Süden,
Kohlenabfuhrstrecke, 5. Sohle. Stärke der eingesetzten
Grubenwehr: 90 Wehrleute. Benutzte Geräte: 58 BG-172.
Verbrauchte Alkalipatronen: 981 Stück
16. - 20.
September 1965 Victor 3/4, Brand im Flöz Karl,
Hauptquerschlag nach Norden, 4. Sohle Stärke der
eingesetzten Grubenwehr: 60 Wehrleute: Benutzte Geräte: 25
BG-172, 10 BG-160 A. Verbrauchte Alkalipatronen 718
Stück
Ab dem Jahr
1966 wurden die Grubenwehrmitglieder nicht mehr über Briefe und
Melder zu einem Einsatz gerufen. Ab diesem Datums erhielten sie
Alarm-UKW-Empfänger
19. - 23. März
1968 Victor 3/4, Brand im Flöz Röttgersbank, 1.
Westquerschlag nach Süden, Kopfstrecke Rev.23, 6. Sohle.
Eingesetzte Grubenwehrmitglieder: 70 Wehrleute. Benutzte
Geräte: 25 BG-172 mit 514 verbrauchten Alkalipatronen, 15
BG-160 A mit 310 verbrauchten Alkalipatronen.
09. - 10.
November 1968 Victor 3/4, Brandfeldeinengung
Flöz Röttgersbank 1. Westquerschlag nach Süden, 6. Sohle.
Eingesetzte Grubenwehrmitglieder: 49 Wehrleute.
Benutzte Geräte: 10
BG-172 mit 10 verbrauchten Alkalipatronen, 15 BG-160 A mit
273 verbrauchten Alkalipatronen.
22.April - 06.
Juli 1973 Victor 3/4, Brand im Flöz Zollverein
7, Ort 2, 3. - 4.Sohle.
Auf Auflistungen
von Brandfeldöffnungen, Tages-und Kurzeinsätzen, sowie Einsätze
wegen Gasausbrüchen habe ich an dieser Stelle verzichtet.
Am 01. Oktober 1973
wurde die Grubenwehr Victor-Ickern aufgelöst und in die
Grubenwehr des Verbundbergwerkes Minister-Achenbach
eingegliedert.