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                                                      Friedrich Harkort zu Wetter  
                                                             
 

Am 22.02.1793 erblickte Friedrich Wilhelm Harkort als Sohn des Kaufmanns und Gutsbesitzers Johann Caspar Harkort und seiner Frau Henriette, geborene Elbers. Dieser Ehe entstammten insgesamt 9 Kinder, von denen 2 im Kindesalter starben. Friedrich Wilhelm war das 6. Kind, das am 01.03.1793 getauft wurde. Paten waren der Garnhändler Johann Caspar von der Beck aus Elberfeld, der  eine jüngere Schwester der Mutter heiratete und ihrem Bruder Carl Johann Elbers aus Hagen und Sophia Harkort, die Schwägerin des Vaters.Seine Schulbildung erhielt er zunächst in einer Volksschule, die sein Vater gegründt hatte und anschließendend in der Handelsschule in Hagen, wo ihm nicht nur Latein, Französisch oder Englisch und die anderen üblichen Gymnasialfächer unterrichtet wurden, sondern auch Italienisch, Tanzen und Fechten standen ebenfalls auf seinen Lehrplan. Bereits im Alter von 15 Jahren begann er 1808 seine kaufmännische Ausbildung bei dem Teppich-Fabrikanten Mohl in Wichlingshausen bei Barmen. Mohl betrieb auch einen Handel mit Webwaren. Schon damals konnte man erkennen, das seine Neigung weniger der kaufmännische als der technisch-konstruktive Bereich waren.Im Jahre 1818 gründete der junge Harkort zusammen mit dem Elberfelder Kaufmann Heinrich Kamp in der Burg mitten in Wetter seine erste Firma "Mechanische Werkstätte Harkort und Co" und produzierte Dampfmaschinen und Gasbeleuchtungsapparate. Das Harkortische Werk wurde durch die preussischen Behörden stark gefördert, so war es doch das erste Eisenindustriewerk in Westfalen und eines der ersten Maschinenbauunternehmen des Ruhrgebiets, dessen Bergbau von Harkorts Wasserhaltungsmaschinen profitierte. Ein weiterer Verdienst des Unternehmers Harkort war die Schaffung einer Betriebskrankenkasse, angelehnt an die Knappenkassen des Bergbaus, für seine Arbeiter.Nachdem sich die wirtschaftliche Situation der "Mechanischen Werke Harkort und Co" verschlechterte, schied Harkort 1834 aus dem Betrieb aus. Er gründete mit geliehenen Geld eine kleinere Firma in Wetter und später in Dortmund-Hombruch. Diese, wie auch seine späteren zahlreichen Firmengründungen, haben sich stets als wirtschaftlicher Misserfolg herausgestellt. Harkort war ein genialer Erfinder und Organisator, aber kein Kaufmann. Im Jahre 1825 veröffentlichte Harkort in der Ausgabe des "Hermann" seinen Plan einer Eisenbahnverbindung von Köln am Rhein nach Minden an der Weser. Er betrachtete dieses Thema - das in Deutschland an Bedeutung gewann - unter marktstrategischen Aspekten.

Im Jahre 1828 gründete Friedrich Harkort zusammen mit seinem Schwager Ludwig Mohl, Dr. Nikolaus Egen, Dr. med Voß und den Kaufleuten Reichmann und Meyberg die erste deutsche Eisenbahn-Aktiengesellschaft in Preussen. Sie bauten die Prinz Wilhelm Eisenbahn, welche am 20.09.1831 eröffnet wurde. Im folgenden Jahr wurde unter seinem Einfluss die Silscheder Kohlenbahn eröffnet. Im Jahre 1833 konnte er als Abgeordneter des westfälischen Provinziallandtags seinen Vorschlag einer Eisenbahnstrecke zwischen Köln und Minden erneut wiederholen. Es wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die sich um die Kapitalbeschaffung kümmerte, da es von staatlicher Seite keine Unterstützung für das Projekt gab. Erst im Jahre 1847 wurde die Strecke vollständig durch die Köln-Mindener Eisenbahn fertiggestellt und genutzt. Zwischen 1844 und 1848 wurde nach seinen Plänen noch die Bergisch-Märkische Eisenbahn gebaut.Aber auch als Bildungs- und Sozialpolitiker des 19. Jahrhunderts machte sich der Unternehmer und Eisenbahnpionier einen Namen. So gründete Friedrich Wilhelm Harkort den "Verein für die deutsche Volksschule und für Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse", dessen Gedankenansatz sich heute noch in den Volkshochschulen wieder findet. Im Jahre 1844 veröffentlichte er eine Schrift, in der er die Bildung der Arbeiterklasse forderte. Dies war durch die fortschreitende Industrialisierung notwendigAls Reichstagsabgeordneter forderte er für die Arbeiter feste Anstellungen und feste Löhne, sowie eine Gewinnbeteiligung der Arbeiter. Auch wandte er sich gegen Kinderarbeit. Ab 1856 wurden nach seinem Forderungen Unterstützungskassen für Arbeiter und Handwerker eingeführt. Friedrich Wilhelm Harkort, der als Vater des Ruhrgebiets gilt,  starb im Jahre 1880 in Dortmund und wurde in der Familiengruft auf Gut Schede in Herdecke beigesetzt.

                                                                  Ernst von Waldthausen

   
 
     
  Gustav Ernst von Waldthausen (1811 bis 1883) war ein Kaufmann, Handelskammerpräsident Stadtverordneter, Kommerzienrat und Mitglied der Industriellenfamilie Waldthausen.Nach seiner Schul- und Berufsausbildung tritt Ernst von Waldthausen zusammen mit seinem Bruder Julius in die Fußstapfen seines Vaters Conrad Waldthausen und wird 1836 Teilhaber in der väterlichen Wollhandelsfirma Wilhelm Conrad Waldthausen. Ab 1842 wird er Inhaber. 1873 führt er nach dem Tod seines Bruders als alleiniger Inhaber das Wollhandelsgeschäft weiter.Ernst von Waldthausen dehnt das Wollhandelsgeschäft immer weiter aus, was sowohl die Einkaufs als auch die Absatzmärkte angeht. Das Einzugsgebiet erweitert er im Westen bis Frankreich und England. Im Osten knüpft er Geschäftsbeziehungen bis nach Russland.

Früh erkennt Ernst von Waldthausen die Bedeutung von Kohle und Stahl. So galt sein Interesse mehr und mehr der aufwärtsstrebenden rheinisch-westfälischen Industrie. Sein im Wollhandel erarbeitetes Kapital legte er in den Ausbau des Bergbaus und der Stahlindustrie an und unterstützte so die Männer der Gründerperiode wie Stinnes, Haniel und Krupp.Im Rahmen seiner bergbaulichen Aktivitäten gründete er 1856 die Arenbergsche AG für Bergbau und Hüttenbetrieb. Es folgen Beteiligungen an den Zechen Emma und Blankenstein. Auch erkennt er, dass die Transportwege eine wesentliche Rolle spielen und setzt sich persönlich besonders stark für den Ausbau von Schiene und Wasserweg ein. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Bredeneyer Friedhof.

 

 
  Peter Klöckner

 

 

Klöckner wird am 8. November 1863 als zweites von 10 Kindern eines Schiffbaumeisters in Koblenz geboren. Die Familie ist seit Generationen in Koblenz ansässig und Betreiber einer prosperierenden Werft. Da sein älterer Bruder die Nachfolge des Vaters antreten soll, wählt Peter seinen eigenen Weg. Ein halbes Jahr vor Abschluss des Abiturs verlässt er die Schule, um eine kaufmännische Lehre bei der Eisenhandelsfirma Spaeter in Koblenz zu absolvieren. Danach wird er Buchhaltungskorrespondent der Luxemburger Bergwerks und Saarbrücker Eisenhütten AG in Burbach. Neben seiner kaufmännischen Tätigkeit erwirbt Klöckner technische Kenntnisse in der Stahlherstellung. 1906 gründet Peter Klöckner in Duisburg die Eisenhandelsfirma Klöckner und Co. Schnell gelingt ihm der Aufbau eines prosperierenden Unternehmens. Spötter bezeichnen ihn als "Sanitätsrat für kranke Werke", denn keines seiner Werke ist eine Gründung Klöckners. Seine Fähigkeit besteht darin, Firmen in ihrem Bestand durch Zusammenfassung zu sichern und ihre Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. 1923 vereinigt er sämtliche Beteiligungen in Castrop-Rauxel zur Klöckner Werke AG, die zu einer der größten Gesellschaften wird. 1926 lehnt er es ab, der Vereinigten Stahlwerk AG beizutreten, da er unabhängig bleiben will. Er ergänzt seine Beteiligungen um verschiedene Firmen des Motoren-, Maschinen- und Lokomotivbaus. Die Gründung der Magirus-Deutz AG 1936 geht auf seine Initiative zurück.

Am 5. Oktober 1940 stirbt Peter Klöckner im Alter von 77 Jahren.

 


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