Werksfeuerwehr

Die Bergpolizeiverordnung vom 12. März 1900 forderte bereits für jede selbständige Schachtanlage die ständige Anwesenheit eines Heilgehilfen und mindestens die Bereitstellung eines Krankentransportwagens sowie unter Tage von einer Tragbahre für je hundert Mann Belegschaft. Die Aufstellung von Feuer - und Grubenwehren lag in der Eigeninitiative der Zechengesellschaften. Seit August 1922 bestand auf Victor I/II eine Berufsfeuerwehr. Sie übte den Feuerwehr- Sicherheits- und Sanitätsdienst in den Tagesbetrieben und Kokereien aus. Außerdem oblag der Werksfeuerwehr der gesamte Werksschutz mit Bewachung der Anlagen und der Pförtnerdienst. Sie betreute die freiwilligen Grubenwehren durch Gestellung von Gerätewarten. Die Feuerwehrleute waren auf Victor durchweg Handwerker oder Heilgehilfen. Die Stärke der Werksfeuerwehr entwickelte sich im Laufe der Jahre rückläufig. 53 (1923), 46 (1924), 30 (1925), 17 (1945). Bereits am 2. Januar 1923 wurde festgelegt, dass für plötzliche Untertageeinsätze auf jeder Schachtanlage in einem Füllort zwei Förderwagen mit Gezähe, Werkzeug, Dichtungen, Schellbändern, Wettertuch, Schläuche, Rauchhelmen usw. bereitgehalten werden mussten. Die Ausrüstung der Werksfeuerwehr bestand seit 1922 aus einer MAN-Automobil-Motorspritze von 45 PS, einem Rettungswagen Dürkopp von 60 PS, und einem Krankenwagen Mercedes-Benz von 50 PS. 1925 genehmigte Betriebsinspektor Waskönig den Umbau des zur Verschrottung vorgesehenen Dürkopp-Wagens zu einem Einsatzwagen für zehn Wehrleute. Im Juni 1951 zog die Werksfeuerwehr von Victor I/II in Rauxel nach Victor III/IV um. Dort gab es zwei Schlafräume für 2 X 14 Feuerwehrmänner, Werkstätten, einen Schlauchvorratsraum und ein Lager für Feuerlöscher und Rettungsgeräte. In der angebauten Garage standen ein Großlöschfahrzeug zwei Tragkraftspritzen und drei Krankenwagen.


                                              Werksfeuerwehr Victor I/II  vor dem Ersten Weltkrieg

  Werksfeuerwehr Victor I/II  in den 20er Jahren



 

 

                                                                  Grubenwehr

Auf Victor I/II sowie auf Victor III/IV bestand bereits um 1906 eine Rettungstruppe die in einem umgebauten Pferdestall untergebracht war. Die vorgeschriebenen regelmäßigen Übungen der Wehrleute wurden einmal im Jahr unter Tage mit Rauchhelmen und Schlauchgeräten, später als Langstreckenübung mit Sauerstoff-Rettungsgeräten durchgeführt. Viermal jährlich übten die Grubenwehren auch im 1922 errichteten Rettungslager auf Victor III/IV. Selbstverständlich wurden alle Mitglieder der Grubenwehr jährlich auf ihre gesundheitliche Grubenwehrtauglichkeit untersucht. Sie mussten damals nach Erreichen eines Alters von 45 aus der Grubenwehr ausscheiden (heute 50 Jahre). Die Grubenwehr von Victor I/II wurde mit Stilllegung des Förderstandortes 1932 in die Grubenwehr Victor III/IV übernommen. Die Grubenwehr von Ickern I/II wurde 1969 mit Victor III/IV vereinigt. Mit den Schwesternzechen General, Königsborn und Werne bestanden Hilfs- und mit den Nachbarzechen Erin, Graf Schwerin, Adolf von Hansemann, Friedrich der Große, Emscher-Lippe, Mont Cenis, Minister-Achenbach und Waltrop Bereitschaftsabkommen. Seit 1955 wurden auch einige Grubenwehrmänner zu Gerätewarten ausgebildet. Länger dauernde Einsätze machten seit den 1960er Jahren die Ausbildung mehrerer Stellvertreter notwendig, die auf ihrer jeweiligen Schicht als Oberführer fungierten. Die Alarmierung der Grubenwehrmitglieder erfolgte bis 1963 durch Boten mit Fahrrädern oder PKW, danach auch über Privattelefon. 1966 erhielten die meisten Grubenwehrmitglieder Alarmempfänger die von einem zentralen UKW-Sender angefunkt wurden. 1968 besaß die Grubenwehr Ickern 30 Empfänger.

Auf Victor-Ickern waren von Anfang an Dräger Kreislaufgeräte im Einsatz. Ab 1912 waren es Westfalia-Geräte Modell 1903, 1907, SS 21, Modell 1923, Modell 1924, BG 160 A, BG 170/400, BG 172, BG 174,

                                                                                                                                                                                                                                                                        Victor I/II  

                                                                                                                                                                                       Auf Victor I/II ereigneten sich eine Reihe von Grubengasexplosionen Gebirgsschlägen, Pfeiler und  

Wassereinbrüchen bei denen Tote und Verletzte zu beklagen waren. Zwischen 1881 und 1919 hatte es

36 Tote, 20 Verletzte und 34 Leichtverletzte gegeben.

 

1884:  Am 3. November kamen durch eine Schlagwetterexplosion im Flöz Marie ( Röttgersbank)               12 Bergleute ums Leben.

1890:  Am 18. Oktober erfolgte eine Schlagwetterexplosion  durch falsche Handhabung einer  

            Benzinsicherheits-Lampe. Es kamen 5 Berleute ums Leben, darunter der Grubenverwalter 

            Heinrich Masling. Ihm zu Ehren wurde eine heute noch bekannte Strasse benannt.  

1890:  Bruch eines vorgerichteten Pfeilers im Flöz Marie (Röttgersbank) Aus einer freigelegten Kluft 

            traten 3 m³ Wasser aus, sodass die Abteilung gestundete werden musste. 

1894:   Einbruch von 7,6 m³ Wasser im Flöz Marie.

1894:   Am 25. August ereignete sich eine weitere Grubengasexplosion. Es starbe 3 Bergleute

1899:   Wasserdurchbruch in der Mulde Sonnenschein mit 3 m³ Wasser. Das Revier musste in das

            Nordostfeld verlegt werden.

1907:   Grubenbrand im Flöz Geitling im Pfeilerbau des Ostfeldes oberhalb der 2. Sohle.

1931:   Flözbrand in Geitling vom 27-30 Januar. Benutzt wurden 2 Dräger Geräte Model 1924

            Mundatmung

1931:    Flözbrand durch Selbstentzündung vom 10 - 16 Februar im Flöz Marie. Benutzt wurden 6

            Dräger-Geräte Modell 1924 Mundatmung.

1936:   Gebirgsschlag im Flöz Sonnenschein am 3. November. Es kostete zwei Hauern durch
            austretendes Gas das Leben.

 

 

 

 

 

Seit August 1922 bestand auf der Zeche Victor-Ickern eine Berufsgrubenwehr, die den Feuerwehr und Sicherheits-Sanitäts und Grubenrettungsdienst auszuüben hatte. Die Berufsgruppe bestand aus 2 Oberführern 6 Führern, 2 Gerätewarten und 19 Wehrmännern. Der Wagenpark setzte sich zusammen aus einen MAN-Automobil-Motorspritze (45 PS) einen Rettungswagen Dürkjopp (60 PS), eien Krankenwagen Merzedes-Benz (50 PS). Verwendet wurden Dräger Geräte Modell 1924, KG-Geräte Modell 130, SS1-Geräte und Fries-Geräte. Ausserdem bestand auf den Schachtanlagen Victor 3/4 und Ickern 1/2 eine freiwillige Rettungstruppe mit je einem Oberführer, 3 Füher und 12 Mann. Zu Übungszwecken war ein Stapelschacht von 15 . Höhe mit einem Lufthaspel vorhanden. Zu der Übungsstrecke gehörten zwei Fahrüberhauen von je 10 m Länge unter einem Einfall von 30 Grad, ferner zwei Strecken von je 10 m und 16 m Länge. Eine Feuerstelle unterhalb des Übungsraumes versorgte ihn mit Rauch ausserdem war eine Zugvorrichtung mit einem25 kg schweren Gewicht angebracht.

1944 war das Gerätehaus durch Bomben stark zerstört worden. Geräte und Inventar wurden rechtzeitig Evakuiert. Am 15. März 1952 wurde ein zu dieser Zeit vorbildlich eingerichtetes Übungshaus mit Geräte-Schulungs-Gerätereparaturräumen, einer Füllstation mit 2 Sauerstoff-Umfüllpumpen und einem fünf Sohlen eingeteilten Übungsraum eingeweit.

 

  Wachraum auf Victor I/II mit Gerätewart Först

                                        1931  

 Grubenrettungswagen Victor I/II    1920er Jahre


   Grubenwehrmänner von  Victor I/II vor dem 

       Einsatz auf Minister-Stein am 11.02.1925

Trauergeleit von Oberfeuerwehrmann Anton Krug. Er verunglückte am 27.01 1927 bei der 

Brandbekämpfung im Flöz Präsident auf

                                   Victor I/II

 


    Rüstende Wehrmänner um 1930   Victor I/II

      Grubenrettungswagen Victor I/II   um 1930


 

 

                                              Ickern I/II

 

1913:  Am 5. Dezember ereignete sich eine lokale Explosion in einem Flöz. Es kamen 4 Berleute ums

           Leben und einer erlitt schwerste Verbrennungen.

1916:  Am 28. April trat auf der 2.Sohle unter dem Mergel ein rd. 60 m³/min Wassereinbruch auf. Die

           unteren Sohlen aller drei Schachtanlagen, Victor 1/2, Victor 3/4 und Ickern 1/2, wurden 
           überflutet. Auf Ickern musste die Schachtförderung bis zum 10. September 1916 eingestellt

           werden.

1940:  Am4. November verunglückten 2 Hauer beim knappenweisen Vorhieb in steiler Lagerung 

            tödlich

1940:  Am 10 Dezember starben durch eine Sprengung ausgelöste Grubengasexplosion zwei Hauer   

                    Werksfeuerwehr Ickern I/II

                   Werksfeuerwehr Ickern I/II

        Mitgliedsausweis Grubenwehr Ickern  I/II

                    Werksfeuerwehr Ickern I/II

       Ausflug der Grubenwehr Ickern I/II    1949


 

 

 

 

                                               Victor III/IV

 

 

 Fuhrpark der Rettungsstelle Victor und Ickern  

                                   1926


             Grubenwehr Zeche Victor III/IV   1933

            Werksfeuerwehr Victor III/IV    1955

           Feuerwehrausflug Victor III/IV    1942

                  Grubenrettungswagen Victor  III/IV


                                                     Die Grubenwehr von Victor III/IV auf einem Blick

 

 

In den Abendstunden des 13.November 1952 ereignete sich im Flöz Carl oberhalb der 5. Sohle ein Gebirgsschlag der auch am Tage wahrnehmbar war.  Durch die hierbei auslaufende Kohle wurden 5 Bergleute eingeschlossen. Nach über 29 stündigen Rettungsarbeiten konnten die 5 verunglückten gerettet werden.

 

Rettungstrupp Victor 3/4, vorne links mein Vater

                                         1952

 


                          Truppführerkurs  1958

 Verleihung Grubenwehr-Ehrenmedaille 10. März

  zweiter von links, mein Vater     1965



                                                                 Grubenwehr Victor III/IV   1968

 Letzte Schicht vom Hauptgerätewart Dahlmann

                                          1970

Ickern 3. 6. Sohle 8. Ost. Wettermessung am Wasserdamm nach Ickern. Truppführer Kubiak

                                        1980

 

        Übung der Grubenwehr Victor III/IV   1970

Grubenwehrraum Victor III/IV  rechts Gerätewart Conny Hoppe, Lammers, Posch     1972

 

 

Brandfeldöffnung durch die Grubenwehr im Flöz Mathias  2/3  am 12.07.1975 auf Ickern III



 

 

 

                           Einsätze der Grubenwehr Victor-Ickern 1923 bis 1972

 

Auf Victor-Ickern wurden von 1893 bis 1989 insgesamt 100 Brandherde abgedämmt. Auch ist zu bezweifeln das in früheren Jahren alle Brände gemeldet und eingetragen wurden. Auf Victor III/IV mussten jährlich drei bis vier Grubenbrände bekämpft werden. Die Ursache lag in unzureichender Bewetterung einzelner Grubenbaue.

 

Am 9. Februar 1923 rief Inspektor Waskönig um 23:45 Uhr die Feuerwache auf Victor 1/2 zu einem Schachtunfall. Die Alarmbesatzung mit einem Führer und sechs Mann fuhren mit dem Sanitätsauto nach Victor 3/4. Ein Förderkorb war in den Schachtsumpf gefahren worden. Zusammen mit den Schachthauern wurden sieben Verletzte geborgen. Der zur Hilfeleistung herbei gerufene Arzt Dr. Ambos ließ drei Schwerverletzte  in das katholische Krankenhaus Castrop fahren, vier Leichtverletzte wurden nach Hause gebracht.

 

Am 7. März 1923 wurden Arbeiten zur Eindämmung eines Grubenbrandes im 3. Westquerschlag nach Norden auf der 3. Sohle Ickern durchgeführt. Dort arbeitende Bergleute kamen  durch CO-Vergiftung uns Leben.

 

Am 20.Juni 1924 wurden bei der Bekämpfung eines Flözbrandes in Sonnenschein, 1. Westquerschlag Victor 1/2, zehn Bergleute durch CO vergiftet. Nach ihrer Wiederbelebung mit dem Pulmotor wurden sie nach Hause geschickt.

 

Die Grubenwehr Victor-Ickern wurde bei Katastrophen auch auf weiter entfernt liegenden Zechen eingesetzt, darunter zweimal im Jahr 1925. Am 11. Februar, Grubenwehr Victor I/II im Einsatz auf Minister-Stein mit 136 Toten. Am 16.Mai Einsatz im Schacht Dorstfeld V. Explosion in einer Sprengstoffkammer mit 46 Toten

                                    

 

Am 11. Februar 1925 um 02:15 Uhr wurde die Grubenwehr Rauxel zu dem großen Explosionsunglück auf Minister-Stein Schacht 3 ( 136 Tote ) beordert. Um 02:45 Uhr rückten drei Trupps mit insgesamt 14 Mann unter Leitung von Oberführer Fahrsteiger Lobbe ab. Um 04:00 Uhr fuhr ein Trupp unter Gerät zur Erkundung an, der zweite um 06:00 Uhr zum Transport Verunglückter. Durch Schießarbeiten kam es zu einer Schlagwetterexplosion.

 

Am 16. Mai 1925 wurde die Feuerwache Rauxel um 17:30 Uhr zu einem Einsatz im Schacht Dorstfeld 5 gerufen. Die 16 Mann starke Rettungstruppe unter Leitung von Oberfeuerwehrmann Anton Kruk transportierte zwei Verletzte und neun Tote am Seil in einem Stapel zur 7. Sohle. Als Folge einer Explosion in der Sprengstoffkammer waren 46 Tote zu beklagen.

 

Am 20. Februar 1946 war die Grubenwehr Victor 3/4 zusammen mit anderen Grubenwehren beim größten deutschen Grubenunglück auf der Zeche Grimberg 3/4 mit 409 Toten Bergleuten, nach einer Schlagwetterexplosion.

 

02. - 17. April 1929   Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, Ort 3, 3. Sohle  Es wurden 2 Dämme aus Lehm und Mauerwerk erstellt. Der Streb, in dem sich der Brandherd befand, wurde mit Waschberge zugestürzt. Die Arbeiten wurden von 4 Führern und 11 Wehrleuten ausgeführt. Benutzte Geräte: 6 Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung.

 

09. - 12. Dezember 1929  Victor 3/4, Brand im Flöz Berta, 2. Ostquerschlag, 4 Westen, 3. Sohle. Durch Auslaufen der Firste war durch Selbstentzündung der Kohle ein Brand mit großer Flammbildung entstanden. Da der Brandherd etwa 80 Meter vom Querschlag entfernt war, konnte die Grubenwehr eine Wasserleitung heranlegen und ihn durch Wasser löschen. Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung.

 

15. - 20. Dezember 1930  Victor 3/4, Brand im Flöz Marie, Ort 2 Westen, 3. Sohle Revier 4.   Durch Zukippen des Strebes mit Waschbergen und Lehm, sowie Herstellen von mehreren Branddämmen aus Ziegelsteinen auf Ort 2 und auf der 4. Sohle konnte der Brandherd abgeschlossen werden. 2 Führer und 4 Wehrleute mit Gasschutzgeräten waren im Einsatz. Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte, Modell 24, Mundatmung, 2 Rauchhelme ( System König )

 

27. - 30. Januar 1931  Victor 1/2, Brand im Flöz Geitling, Ort 5 Westen, Nordfeld. Der im Entstehen begriffene Brandherd konnte innerhalb 3 Tagen von 1 Führer und 4 Wehrleuten unter Benutzung von Gasschutzgeräten abgedämmt werden. Es wurden auf Ort 4, 5 und 6 je ein Damm gesetzt.

 

10. - 16. Februar 1931  Victor 1/2, Brand im Flöz Marie, Ort 3, Osten, 3. Sohle. Der durch Selbstentzündung entstandene Brand konnte durch Setzen von je 2 Dämmen auf Ort 3 und 2. Osten abgedämmt werden. Mit Gasschutzgeräten arbeiteten 1 Führer und 5 Wehrleute. Benutzte Geräte: 6 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung, 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.

 

05. - 15. Mai 1931  Ickern 1/2, Brand im Flöz Bertha, Strecke 6 Osten, 4. Ostquerschlag nach Süden Um den Brandherd abzuschließen, wurden die Strebe sowieeine Blasmaschine abgedichtet, während die Zuführungsstrecke zugemauert wurde. Die Arbeiten sind von 1 Führer und 4 Wehrleuten ausgeführt worden. Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung. 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.

 

05. - 07. Juli 1931  Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, Streb 3-4, Westen, 5. Westquerschlag nach Norden.  Der Brand entstand durch Selbstentzündung des Bergversatzes der abgedeckten unreinen Oberbank und wurde abgedämmt. 1 Führer und 2 Wehrleute setzten Branddämme in den Strecken 1, 2 3 und 4 Westen. Benutzte Geräte: 1 Dräger-Gerät Modell 24, Mundatmung, 2 Dräger-Druckschlauchgerät, Maskenatmung.

 

13. - 17. Juli 1931  Ickern 1/2, Brand im Flöz Bertha, 5. Ostquerschlag, Strecke 5 Westen.

Durch setzen von 3 Mauerdämmen konnte der im Entstehen begriffene Brand abgedämmt werden. Mit den Abdämmungsarbeiten waren 1 Führer und 4 Wehrleute beschäftigt. Benutzte Geräte: 4 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung. 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.

 

20. - 22. Juli 1931  Victor 3/4, Brand im Flöz Marie, Streb 1-2 Osten, 2. Querschlag nach Norden

Der Brand wurde im Bergeversatz festgestellt. Die Örter 1 und 2 Osten wurden durch Mauerdämme abgeschlossen, während der Streb 2 nach 3 Osten mit Sand zugestürzt wurde. Benutzte Geräte: 3 Dräger-Geräte Modell 24, Mundatmung. 2 Dräger-Druckschlauchgeräte, Maskenatmung.

 

29. April - 11. August 1938  Ickern 1/2, Brand im Flöz Mathias 2, 5. Ortsquerschlag nach Süden,   3. Sohle.  Im 5. Ortsquerschlag nach Süden wird das Flöz Mathias 2 in zwei Streben von der 3. zur 2. Sohle gebaut. In dem Streb 3. Sohle - Ort 2 wurde am 29. April der Austritt von Brandgasen festgestellt, die von einem an einer Störung im Versatz anscheinend durch Selbstentzündung entstandenen Brand herrührten. Zunächst wurde der Streb Ort 2 - 2. Sohle unter Anwendung von Gasschutzgeräten ausgeraubt und dann in die Sohlenstrecke und in die Strecke Ort 2 je ein Damm gesetzt. Als es sich jedoch zeigte, daß diese Maßnahme nicht genügte, wurde die endgültige Abdämmung in den Querschlägen vorgenommen. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 10 Wehrleute, Benutzte Geräte: 13 Dräger-Bergbaugeräte Modell 1924, Mundatmung.

 

24. - 27. Juli 1942  Ickern 1/2, Firstenbrand im Flöz Sonnenschein, 1. Westquerschlag nach Norden, 5. Sohle  Durch Selbstentzündung von angebauter Kohle brach an einer Überschiebung in der Strecke 1. Westen ein Firstenbrand aus, der ausgegraben und abgelöscht werden konnte. Zur Sicherheit wurden, da es sich um einen abgebauten Feldteil handelte, noch einige Dämme errichtet und die Strecke unter Wasser gesetzt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 6 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 Dräger-Bergbau-Geräte, Modell 160A, Mundatmung

 

26. November 1942  Ickern 1/2, Austritt von Schwefelwasserstoff, 6. Ostquerschlag nach Norden, 4. Sohle.  Hinter einem Wasserdamm staute sich schwefelwasserstoffhaltiges Wasser, das durch eine Rohrleitung in den Pumpensumpf abgeführt wird. Bei Reparaturarbeiten an dieser Leitung wurde die Verwendung von Gasschutzgeräten notwendig. Benutzte Geräte: 2 Dräger-Bergbau-Geräte, Modell 160A, Mundatmung. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 1 Führer, 1 Wehrmann.

 

20. Februar 1946   Einsatz beim Grubenunglück auf Grimberg III/IV mit 405 Toten

 

25. Juni 1946   starben durch Hereinbrechen des Hangenden zwei Kohlenhauer

 

11. September 1947  Victor 3/4, Bergung von Menschen, Streb 1 Westen Flöz Wilhelm                   (Kohlenstaubexplosion ) Hauptquerschlag nach Süden, 5. Sohle. 

Am 11. September ereignete sich im Flöz Wilhelm in der Hauptabteilung nach Süden der 5. Sohle eine örtliche Kohlenstaubexplosion, die nach den Ermittlungen durch einen Schuß im Streb ausgelöst wurde. Im Bereich der Explosion und ihrer Auswirkung befanden sich insgesamt 13 Bergleute, von denen von der sofort eingesetzten Grubenwehr nur 7 lebend geborgen werden konnten, während bei den restlichen 6 der Tod infolge Verbrennung bzw. Erstickung bereits eingetreten war. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12  BG 160A, Mundatmung

 

26. August - 06. September 1947  Ickern 1/2, Brand im Flöz Sonnenschein 10. Ostquerschlag nach Norden Ort 2,  4. Sohle.  Anzahl der Geräte: 5 BG-160 A, 1 Druckschlauchgerät mit Preßluft.

 

05.- 17. Januar 1948  Ickern 1/2, Einsatz im 6.Ostquerschlag n. Norden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Wehrleute. Anzahl der Geräte: 5 BG-160 A. Verbrauchte Alkalipatronen  24

 

22. Januar - 19.Februar 1948 Victor 3/4, Brand im Flöz Wilhelm, 1. Westquerschlag nach Süden zwischen der 4. und 5. Sohle. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 22 Wehrleute von Victor 3/4. 6 Wehrleute von Ickern 1/2. 8 Wehrleute von Victor 1/2. Eingesetzte Geräte 10 BG-160 A,  343 verbrauchte Alkalipatronen.

 

19. Februar - 09. März 1949  Victor 3/4, Austritt von Brandgasen, Flöz Mathias, 1. und 2. Ostquerschlag nach Süden, 4. Sohle.  Aus dem abgedämmten Brandfeld auf der 4. Sohle traten Brandgase aus. Zwecks weiterer Abdichtung wurden im 2. Ostquerschlag nach Süden und in den Ortsquerschlägen 3 und 4 je eine weitere Abschlußmauer gesetzt, ferner im 1. Ostquerschlag eine Brandmauer hergestellt und die Wölbung der Firste verlängert. Nachdem daraufhin in der abgeworfenen Sohlenstrecke des in der Nähe liegenden Flözes Anna Brandgase austraten, wurde auch hier abgedämmt. Eigene Grubenwehr: 4 Führer, 9 Wehrleute. Berufsfeuerwehr Victor 1/2:  1 Führer, 3 Wehrleute. 87 verbrauchte Alkalipatronen.

 

23. Februar - 02. März 1949  Ickern 1/2,  Brand im 6. Ostquerschlag nach Norden, 3. Sohle. Stärke der  eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 9 Wehrleute. Eingesetzte Geräte: 6  BG - 160 A, Verbrauchte Alkalipatronen 54.

 

07. - 24. September 1949  Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, 3. Westquerschlag nach Norden, Streb Ort 2 - Ort 3 Osten. Auf der Strecke Flöz Dickebank Ort 3 Osten wurde Brandgeruch wahrgenommen. Daraufhin wurde auf Ort 3 die Flözstrecke am Querschlag zu beiden Seiten mit Wölbung der Firste abgedichtet. Gleichzeitig wurde auf Ort 2 und auf der 5. Sohle mit dem Setzen von Dammmauern begonnen. Diese wurden geschlossen, als sich am 11. September eine starke Rauchentwicklung bemerkbar machte. Anschließend wurden der obere Strebteil und die Kopfstrecke zugeblasen. Eigene Grubenwehr: 6 Führer, 28 Wehrleute. Feuerwehr Victo1/2:  3 Führer,  13 Wehrleute. Benutzte Geräte: 24 BG-160 A, Mundatmung. 623 verbrauchte Alkalipatronen.

 

11. Februar - 03. März 1951 Victor 3/4, Brand im Flöz Präsident, 7. westliche Abteilung nach Süden,  5. Sohle.  Durch das Auftreten von Brandgasen wurde in einem vor zwei Monaten längs einer Störung auslaufenen und zu Bruch gegangenen Streb in Flöz Präsident ein Flözbrand festgestellt. Zur Bekämpfung des Brandes mußten 3 Branddämme errichtet werden. Die Dämme wurden als Doppelmauerdämme gebaut, die durch Gesteinstaub noch besonders abgedichtet wurden. Als vorsorgliche Maßnahme wurden weiterhin noch schnell verschließbare Maueransätze im festen Gebirge aufgeführt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, Mundatmung, 2 Dräger-Frischluftgeräte Maskenatmung, 216 verbrauchte Alkalipatronen

 

11. - 20. April 1951  Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, 3. westliche Abteilung nach Norden,     5. Sohle.  In den unteren Teil des Strebes 3 Osten im Flöz Dickebank wurde ein Flözbrand festgestellt. Das Ausräumen des Brandes führte nur vorübergehend zum Erfolg. Als nach einigen Tagen der Brand wieder auflebte, mußte der Betrieb abgedämmt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Abhauen in Flöz Dickebank mit Sand abgekippt und eine Reihe von Preßdämmen errichtet. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 7 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: BG-160 A, Mundatmung, Verbrauchte Alkalipatronen 160.

 

12. - 17. August 1951  Victor 3/4, Brand im Flöz Ernestine II, 6. westliche Abteilung nach Süden, 5. Sohle.   Im unteren Teil des Strebes 3-4 Osten Flöz Ernestine 2, entstand durch Selbstentzündung ein Flözbrand, auf den man durch austretende Brandgase aufmerksam wurde. Die Grubenwehr mußte zur Bekämpfung des Brandes umfangreiche Abdämmungsarbeiten vornehmen. Insgesamt wurden 6 Mauerdämme errichtet, von denen zwei noch zusätzlich abgepresst wurden. Ein Aufhauen wurde in Flöz Ernestine 2 mit Sand zugekippt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 15 Wehrleute, Benutzte Geräte: 6 BG-160 A, 99 verbrauchte Alkalipatronen.

 

31. Oktober - 08. November 1951  Victor 3/4, Streckenbrand im Flöz Präsident, 7. Westquerschlag nach Süden, 5. Sohle.   Zur Bekämpfung eines offenen Streckenbrandes auf der Strecke 1 Westen, errichtete die Grubenwehr einen Preßdamm. Ein Streb in Flöz Röttgersbank mußte zur Abdämmung mit Sand und Gesteinstaub abgekippt werden. Anschließend wurden die Grubenbaue von der 5. Sohle bis Ort 2 unter Wasser gesetzt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer, 17 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, Mundatmung, 155 verbrauchte Alkalipatronen.

 

01. - 16. Dezember 1951  Victor 3/4, Brand im Flöz Wasserfall, Hauptquerschlag nach Norden, 5.Sohle Die Grubenwehr bekämpfte einen durch Selbstentzündung entstandenen Flözbrand. In der Kopf- und Ladestrecke wurden je 3 Mauerdämme errichtet, deren Zwischenräume mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst wurden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 4 BG-160 A,  4 Dräger - Frischluftgeräte, Mundatmung, verbrauchte Alkalipatronen 12 Stück

 

03. - 05. November 1952  Ickern 1/2, Brand im Flöz Präsident, 2. östliche Abteilung nach Norden, 4. Sohle.  Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 15 BG-160 A, Verbrauchte Alkalipatronen 90 Stück

 

15. November - 23. Dezember 1952  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, 3. westl. Abtlg. nach Süden, 5. Sohle In der Kopfstrecke im Flöz Karl wurden Brandgase festgestellt, die auf einen Schwelbrand schließen ließen. Zur Abdämmung der Abbaustrecke an den Ortsquerschlägen wurden insgesamt 6 Pressmauerdämme errichtet. Weiterhin wurden an 5 Stellen Blasversatzpfropfen eingebracht. Der Bergebunker wurde mit Sand und Staub verschlämmt. 2 Ortsquerschläge mussten auf einer Länge von 10 m mit einem Ziegelsteingewölbe versehen werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 30 Wehrleute. Benutzte Geräte: 24 BG-160 A, 2 Maskenatmung, 22 Mundatmung, verbrauchte Alkalipatronen 391 Stück

 

20. - 21. November 1952  Ickern 1/2, Brand im Flöz Sonnenschein, 4.östl.Abt.n.Süden, 5. Sohle. In einer Überschiebungszone in Streb Flöz Sonnenschein wurde ein Kohlepacken von 2 m Mächtigkeit angebaut. An dieser Stelle entstand einige Zeit später ein Flözbrand, den man dadurch zu bekämpfen suchte, dass man auf der oberen Abbaustrecke die Sohle ausräumte und mit Sand verfüllte. Infolge des vorher verwandten sehr grobstückigen Versatzgutes breitete sich der Flözbrand jedoch schnell aus und man entschloss sich, den Betrieb abzudämmen. Auf der Wettereinziehseite wurde der Brand durch eine Gewölbemauerung, im Querschlag  auf der Wetterausziehseite durch einen Pressmauerdamm im Ortsquerschlag abgeschlossen. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 8 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung,

 

01. - 23.Dezember 1952  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 10 Wehrleute, Benutzte Geräte: BG-160 A, verbrauchte Alkalipatronen 185.

 

21. - 26. Mai 1953  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 2. Ostquerschlag n. Süden, 5. Sohle. Im Streb 3 Osten, Flöz Dickebank, wurde zu Beginn der Morgenschicht an einer Störung Brandgeruch festgestellt. Zunächst wurde versucht, den Austritt der Brandgase durch Abdecken der Böschung mit Sand zu unterbinden. Da die Rauchentwicklung immer stärker wurde, musste jedoch der Betrieb abgedämmt werden. Hierzu wurden in den Flözstrecken je 2 Pressdämme errichtet. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 8 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung. Verbrauchte Alkalipatronen 65 Stück

 

12. September - 07. Dezember 1953  Victor 3/4, Brand im Flöz Röttgersbank Mulden Nord- und Südflügel, Westquerschlag n Norden. An einer Störung im Flöz Röttgersbank entstand ein Flözbrand, der zunächst örtlich durch Verkippen des Strebs mit Sand und Feinberge sowie durch Setzen eines Sandsack und Mauerdammes am Strebeingang in der Kohlenabfuhrstrecke bekämpft wurde. Trotz weiterer Abdichtungsmaßnahmen entwickelte sich der Brand derart, dass ein Übertritt des Brandes auf den Streckenausbau befürchtet werden musste. Es wurde daher der Entschluss gefasst, die Muldenstrecke und den mit dieser Strecke zusammenhängenden Abbaubetrieb im Muldenflügel aufzugeben. Zur Abdichtung musste in einem Bunker eine Betondecke eingebracht, der Streb im Muldenflügel verkippt und im Querschlag eine 17 m lange Gewölbemauerung errichtet werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 30 BG-160 A, davon 27 Mundatmung, 3 Maskenatmung, 5 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte, Mundatmung

 

13. - 22. November 1953  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 6.östl. Abtlg. nach Süden, 5. Sohle In Flöz Dickebank war in der Querschlagachse des 6. Querschlages Ost-Süd ein Kohlenbunker ausgespart worden. In diesem Bunker traten am 13.11 an einer Störung Brandgase aus. Der Bunker wurde mit Sand zugeschlämmt. Die Querschlagsohle sowie die Flözstrecke wurden 80 cm tief ausgehoben und ebenfalls mit Sand verschlämmt. Es zeigte sich jedoch, dass diese Abdichtungsmaßnahmen nicht genügten, da der Sprung sich bis in die Grundstrecke erstreckte und das von dort aus noch Schleichwetter zum Brand gelangten. Es wurden daher der Querschlag und die Grundstrecke mit einer Gewölbemauerung versehen, die zusätzlich noch abgepresst wurde. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 3 Führer, 12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, Mundatmung, 30 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte, Mundatmung. Verbrauchte Alkalipatronen 64

 

26. Januar - 27. März 1954  Victor 3/4, Brand im Flöz Präsident, Hauptabteilung nach Norden,  4. Sohle. Am 26. Januar wurden bei Raubarbeiten in der Kopfstrecke Flöz Präsident nach Westen im Bereich des Hauptquerschlages nach Norden Brandgase festgestellt. Zunächst errichtete die Grubenwehr in der Kopfstrecke sowie in der Ladestrecke je 1 Doppel-Pressmauerdamm. Als nach dem Abpressen dieser beiden Dämme Brandgase in der als Hilfsrichtstrecke vom Hauptquerschlag bis zum zweiten westlichen Querschlag dienenden Flözstrecke von Flöz Röttgersbank austraten, musste auch hier ein Pressmauerdamm errichtet werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer  24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, 3 Maskenatmung, 9 Mundatmung, 2 Dräger-Schlauchgeräte, 10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 96 Alkalipatronen, 64  CO-Filterbüchsen.

 

02. - 09. September 1954  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 4. östl. Abtlg.n. Süden, 5. Sohle. Der steil gelagerte Streb Flöz Dickebank 2 nach Osten war schon seit längerer Zeit gestundet und mit Sand abgekippt worden. Das Ausrauben der Strecken stand vor dem Abschluss. Am 02.09 wurde in der Kopfstrecke eine Erhöhung der Temperatur festgestellt. Weitere Untersuchungen ergaben, dass im Versatz durch Selbstentzündung von Kohle ein Flözbrand entstanden war. Die Abdämmung der Ladestrecke  erfolgte durch einen Blasbergdamm, während die Kopfstrecke durch 2 Mauerdämme abgedämmt wurde. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer, 12 Wehrleute. Benutzte Geräte: 8 BG-160 A, Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 168 Alkalipatronen.

 

28. September - 18. Oktober 1954  Victor 3/4, Firstenbrand im Flöz Wasserfall, 1. östl. Abtlg. nach Norden, 5. Sohle.  In der Kopfstrecke im Flöz Wasserfall, Ort 2 nach Osten, im Bereich des Abteilungsquerschlages wurde der Austritt von Brandgasen aus der Firste festgestellt. Die Grubenwehr brachte zur Bekämpfung des Firstenbrandes zwischen dem Türstockausbau und dem später eingebrachten Polygonausbau eine Verschalung an, die mit Sand hinterfüllt wurde. Diese Verschalung wurde später durch eingesetzte Rohre mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe hinterpresst. Durch diese Massnahme kam der Flözbrand zum Erliegen. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 15 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5 BG-160 A, Mundatmung, 2 Dräger-Schlauchgeräte. Verbrauchte Patronen: 10 Alkalipatronen.

 

06. - 25. Oktober 1954  Victor 3/4, Firstenbrand in der südwestlichen Richtstrecke, 5. Sohle. In der in Auffahrung befindlichen Richtstrecke entstand an einer Stelle, an der vorher ein größerer Streckenbruch gefallen war, ein Firstenbrand. Die Grubenwehr brachte auf etwas 18 m an der Brandstelle ein Betongewölbe ein. Hinter diesem Gewölbe wurde die Bruchglocke mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe verpresst. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 27 Wehrleute, Benutzte Geräte: 12 BG-160 A, Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 62 Alkalipatronen

 

21. Januar - 01. Februar 1955  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 6. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle Nach Abbau des Strebes zwischen der 5. Sohle und Ort 2 und nach Ausrauben und Zusetzen der Flözstrecke traten im Querschlag Ort 2 aus dem Flöz Dickebank Brandgase aus. Wegen des stark zerklüfteten Gebirges wurde im Querschlag eine Gewölbemauerung errichtet. Hinter das Gewölbe wurden große Mengen an Sand-Zement-Gesteinstaubtrübe verpresst. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 8 Führer, 18 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5 Frischluftgeräte Maskenatmung, 12 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 96 CO-Filterbüchsen.

 

03. Februar - 04. März 1955  Victor 3/4, Brand im Flöz Wasserfall, Hauptabteilung nach Norden,   5. Sohle. Durch Selbstentzündung entstand im Versatzfeld des Strebes von Ort 3 zur 5. Sohle ein Brand, der sehr schnell an Umfang zunahm. Der Streb musste daher abgedämmt und auch in den Flözstrecken der darunter liegenden, bereits verhauenen Streben mussten Branddämme errichtet werden. Besonders schwierig gestaltete sich die Abdämmung von Ort 3, weil die unter der Streckenfirste abziehenden Rauchschwaden so heiss waren, dass selbst ein Arbeiten mit Asbesthelmen und Handschuhen kaum möglich war. Die Abdämmung musste daher in dieser Strecke zurückverlegt werden. Das Abpressen der Dämme konnte nach wenigen Tagen ohne Gasschutzgeräten weitergeführt werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 29 Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-160 A, 4 BG-170/400, 5 Frischluftgeräte Mundatmung, 18 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte  Mundatmung.  Verbrauchte Patronen: 618  Alkalipatronen  9 x 18-24,   4 Alkalipatronen   9 x 18-28,  150 CO-Filterbüchsen.

 

03.November 1955 - 12. Januar 1956  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, 2. östl. Abteilung nach Norden, 5. Sohle.  Beim Zukippen eines abgeworfenen Strebes in Flöz Karl wurden Brandgase festgestellt, die von einem durch Selbstentzündung entstandenen Flözbrand in dem stillgelegten Streb selbst oder aus dem westlich davon befindlichen Kohlenbein herrührten. Nach Feststellung der zunächst noch geringen Brandgasentwicklung wurde das Abkippen des Strebes verstärkt fortgesetzt. Im Laufe der folgenden Nacht wurden die Rauchgase jedoch so dicht, dass Branddämme in der Kopf- und Grundstrecke des Strebes gesetzt werden mussten. Die Dämme wurden von der Grubenwehr als doppelte Pressmauerdämme ausgeführt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 30 Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-160 A, 10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 319 Alkalipatronen, 102 CO-Filterbüchsen

 

23. November 1955 - 10. Januar 1956  Ickern 1/2, Flöz Wilhelm, Offener Streckenbrand, 6.- 8. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.  In der Kopfstrecke des Abbaubetriebes in Flöz Wilhelm wurde ein offener Streckenbrand festgestellt. Da oberhalb der Kopfstrecke die Kohle noch ansteht, ist zu vermuten, dass der offene Streckenbrand sich aus einem Firstenbrand entwickelt hat. Der Streb wurde auf der 5. Sohle abgemauert und die Kopfstrecke auf etwas 100 m zugeblasen. Da auch an anderen Stellen Brandgase auftraten, waren weitere Abdichtungsarbeiten noch erforderlich. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A, 4 Dräger - Druckschlauchgeräte Mundatmung, 6 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 582 Alkalipatronen, 106 CO-Filterbüchsen,

 

22. Dezember 1955 - 02. Januar 1956  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 2. östl. Abteilung nach Süden, 4. Sohle.  Im Versatzfeld eines Abbaubetriebes in Flöz Dickebank war an einer Störungszone ein Kohlenbein stehen geblieben, hinter dem neu aufgehauen worden war. In diesem Kohlenbein war durch Selbstentzündung der Kohle ein Flözbrand entstanden. Zur Abdichtung des Brandes wurde in der Kopfstrecke durch die Grubenwehr ein 30 m langer Waschbergpfropfen eingebracht und abschließend in der Grund- und Kopfstrecke je ein doppelter Pressmauerdamm errichtet. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 2 Führer, 6 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A  Mundatmung, Verbrauchte Patronen: 56 Alkalipatronen

 

03. - 10. März 1956  Ickern 1/2, Brand im Flöz Karl,  6. östl. Abteilung nach Norden, 2. Sohle. Auf der stark verbrochenen 2. Sohle wurden Brandgase festgestellt, die auf einen Schwelbrand schließen ließen. Der Schwelbrand befand sich in der Nähe des 6. östlichen Querschlages im Flöz Karl. Durch die Grubenwehr wurde die östliche Richtstrecke am Schacht 2 und die Hilfsrichtstrecke im Flöz Wilhelm an der 8. östlichen Abteilung nach Norden durch doppelte Pressmauerdämme abgedämmt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 7 Führer, 20 Wehrleute. Benutzte Geräte: 6  BG-160 A Mundatmung, 8 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 9 Alkalipatronen, 100 CO-Filterpatronen.

 

25. - 31. März 1956  Victor 3/4, Firstenbrand im Flöz Karl, 1. östl. Abteilung nach Norden, Muldennordflügel, 5. Sohle.   In Flöz Karl war auf Ort 4 nach Westen in den Jahren 1938/1939 eine Untersuchungsstrecke getrieben worden. Anschließend war die Strecke mit einer Scheibenmauer wieder geöffnet und die Strecke aufgewältigt, da man mit dem Abbau beginnen wollte. Die oberhalb der Firste anstehende Kohle war sehr zermürbt, so dass zum Teil mit Getriebezimmerung gearbeitet werden musste. Am 25. März entstand in der Firste dieser Strecke 30 m unterhalb des Ortquerschlages ein offener Brand. Die Grubenwehr konnte den Brand mit Wasser löschen. Um ein Wiederaufflackern des Brandes zu verhindern, wurde die Strecke mit einem Pressmauerdamm abgedämmt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer, 21 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12  BG-160 A  Mundatmung, 8  Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 95 Alkalipatronen, 16 CO-Filterpatronen.

 

02. - 16. Juni 1956  Victor 3/4, Offener Streckenbrand im Flöz Karl, 4. östl. Abteilung nach Norden, Muldensüdflügel, 5. Sohle.  In der Kopfstrecke des Abbaubetriebes in Flöz Karl vor der Ortsbrust brach ein offener Streckenbrand aus. Die Kopfstrecke wird in dieser Strecke von einer Überschiebung begleitet, durch welche die Flözmächtigkeit bis auf 5 m ansteigt. Der Brand ist wahrscheinlich durch Selbstentzündung dieser Störungskohle entstanden. Zu diesem Zweck wurden in der Kopfstrecke ein längerer Bergepfropfen eingeblasen und mit Staub verpresst. Im Streb errichtete die Grubenwehr einen 10 m langen Sandsackdamm. Auch hier wurde die endgültige Abdichtung durch Einpressen von Gesteinstaub in den Sandsackdamm und den Bergeversatz erreicht. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12  BG-160 A Mundatmung, 10  BG-170/400 Mundatmung, 8 Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen. 270 Alkalipatronen, 48 CO-Filterpatronen.

 

01. - 04. Juli 1956  Ickern 1/2, Firstenbrand im Flöz Wilhelm, 8. östl. Abteilung nach Süden, Muldensüdflügel, 5. Sohle. Am Sonntag den 01. Juli wurde durch die Brandwache ein Grubenbrand im 8. östl. Querschlag in Flöz Wilhelm gemeldet. Der Brand musste abgedämmt werden. Mit einer Blaskanone wurde die Sohlenstrecke 20 m lang zu geblasen und durch einen doppelten Damm abgeschloßen.Die ausziehenden Brandgase gelangten über die Kopfstrecke und einem Bunker zu Ort 2 Kopfstrecke und Bunker wurden durch die Grubenwehr verkippt und anschließend mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe verschlämmt. Stärke der  Grubenwehr:  8  Führer, 10  Wehrleute. Benutzte Geräte: 10  BG-160 A Mundatmung, 8 Dräger-CO-Filtergeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen: 93  Alkalipatronen, 20  CO-Filterpatronen.

 

02. - 30. August 1956  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, 4. östl. Abteilung nach Norden, Muldennordflügel, 5. Sohle.   In dem Streb traten Brandgase aus. Die Brandgase kamen von einem Schwelbrand, der sich etwa 75 m unterhalb der Kopfstrecke in einem stark verworfenen Teil des Flözes entwickelt hatte. Versuche, den Brand örtlich durch Einschlämmen von Gesteinstaubtrübe zu bekämpfen, waren nicht erfolgreich und scheiterten an der immer dichter werdenden Rauchentwicklung, so dass eine Abdämmung der gesamten Abteilung nicht zu umgehen war. Zu diesem Zweck errichtete die Grubenwehr an den Querschlägen auf der 4. und 5. Sohle sowie in einer Flözstrecke in Flöz Karl je einen doppelten Mauerdamm, der zunächst mit trockenen Gesteinstaub verfüllt und dann mit einer Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst wurde. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 6 Führer, 25 Wehrleute. Benutzte Geräte: 12  BG-160 A,  4  BG-170/400,   10  Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 244 Alkalipatronen, 96 CO-Filterpatronen.

 

13.November - 03. Dezember 1956  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 12. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle.   Bei der Spurlattenreparatur im Sumpf eines Blindschachtes bekam ein Mann Kopfschmerzen. Durch den Blindschachtsumpf geht das Flöz Dickebank. Man wurde auf diese Weise auf einen Schwelbrand, der sich in dem darunter befindlichen Abbaubetrieb in Flöz Dickebank entwickelt hatte, aufmerksam. Im Grubenwehreinsatz wurde der Sumpf des Blindschachtes zum Verkippen hergerichtet. Nachdem die Grundstrecke des Strebes zugeblasen und mit einem Pressmauerdamm abgeriegelt worden war, wurde von der Grubenwehr der Blindschachtsumpf mit Sand verfüllt und verschlämmt. Bei diesen Arbeiten verunglückte ein Grubenwehrmann im CO-Filtergerät tödlich. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 1 Führer, 7 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5  BG-160 A, 4 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 5 Alkalipatronen, 18  CO-Filterpatronen

 

16. November - 19. Dezember 1957  Victor 3/4, Brand im Flöz Sonnenschein, 5.westl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle. Während des Zukippens des abgeworfenen Strebes 1 Osten, Ort 2, Flöz Sonnenschein, traten in der Kopfstrecke Brandgase aus. Die eingesetzte Grubenwehr kippte den noch offen stehenden Strebteil mit Sand zu. Die Sohle der Kopfstrecke wurde im Streichen durch einen 30 cm tiefen Sand-Gesteinstaubriegel abgedichtet. In die Grundstrecke auf der 5. Sohle wurde 30 m östlich vom 5. Westquerschlag ein Pressmauerdamm eingebracht. Der westl. des 3. Westquerschlages abgeworfene und bereits früher abgedichtete Teil dieser Grundstrecke musste ebenfalls mit einem doppelten Mauerdamm, der mit Gesteinstaub verblasen wurde, nachgedichtet werden. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 24 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10  BG-160 A  Mundatmung. Verbrauchte Patronen:  294 Alkalipatronen

 

02. - 26. Februar 1958   Ickern 1/2, Brand im Flöz Wasserfall, 10 östl. Abteilung nach Süden. In der Kopfstrecke des Flözes Wasserfall, Ort 2 Osten, wurde in den Wettern Kohlenoxyd festgestellt. Daraufhin wurde die Strecke durch einen Gesteinstaubdamm abgeriegelt, auf eine Länge von 10 m mit Waschbergen verblasen und durch einen doppelten Ziegelsteinmauerdamm, der mit trockenem Gesteinstaub verblasen wurde endgültig abgedichtet. Die Grundstrecke wurde ebenfalls durch einen Branddamm abgeriegelt und außerdem in der Kopfstrecke etwa 30 m der Versatz verschlämmt. Stärke der Grubenwehr: 7 Führer, 17 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10  BG-160 A, 10 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte, 1 Druckschlauchgerät Mundatmung. Verbrauchte Patronen:  175  Alkalipatronen, 104  CO-Filterpatronen.

 

14. - 23. Mai 1958  Ickern 1/2, Brand im Flöz Sonnenschein, 12.östl. Abt. nach Süden, 5. Sohle. In der Flözstrecke Flöz Sonnenschein auf Ort 2 Westen wurde Kohlenoxyd festgestellt. Der Streb war bereits mit Sand verspült. Zur weiteren Abdichtung wurde auch die Sohle der Kopfstrecke auf 10 m Länge mit Sand und Gesteinstaub verschlämmt. Trotz dieser Maßnahme stieg der CO-Gehalt weiter an. Daraufhin wurde auf der 5. Sohle die Grundstrecke in Flöz Sonnenschein durch einen doppelten Mauerdamm, der verpresst wurde, abgeriegelt. Stärke der Grubenwehr: 3 Führer, 17 Wehrleute: Benutzte Geräte: 18  BG-160 A. Verbrauchte Patronen: 23 Alkalipatronen.

 

11. - 20. Juli 1958  Ickern 1/2, Brand im Flöz Dickebank, 12.östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle. Durch Selbstentzündung ausgelaufener Kohle im Streb 1 Osten, Flöz Dickebank, auf der 5. Sohle entstand ein Flözbrand. Zur Bekämpfung wurden der offene Strebraum mit 300 Wagen Sand verkippt und die Kopf- und Grundstrecke durch zwei 15 m lange Blasbergepfropfen mit Abschlussmauer, die durch Einblasen von trockenem Gesteinstaub abgedichtet wurden, abgedämmt. Stärke der Grubenwehr: 5 Führer und 16 Wehrleute von Ickern 1/2,  6 Wehrleute von Victor 3/4, 11 Wehrleute vom Werkschutz Victor. Benutzte Geräte: 22 BG-160 A, Verbrauchte Patronen: 206 Alkalipatronen.

 

21. August - 17. September 1958   Victor 3/4, Brand im Flöz Gretchen, 4. östl. Abteilung nach Süden, 5. Sohle. In der Kopfstrecke Flöz Gretchen, Muldensüdflügel nach Osten wurden aus dem Bruchfeld der Austritt von Brandgasen festgestellt. Zur Bekämpfung des im Bruchfeld entstandenen Brandes wurde zunächst die Kopfstrecke eingeschalt, die Schalung mit Sand verfüllt und mit trockenem Gesteinstaub verblasen. Außerdem wurde alles zur Abdämmung vorbereitet. Es wurden Mauern in Kopf- und Grundstrecke angesetzt, Material zur Abdämmung bereitgehalten und in der Kopf- und Grundstrecke selbsttätige Wasserlöscheinrichtungen eingebaut. Da eine vollkommene Dichtigkeit durch Einschalen und Verpressen mit Gesteinstaub nicht zu erreichen war, wurde vom 30. Oktober 1958 an die Kopfstrecke mit Jute, hinter die Isoschaum gespritzt wurde, auf etwa 100 m eingewölbt. Auf diese Wölbung wurde zusätzlich eine neuartige Abdichtungsmasse (Gusanon-Bergbau) aufgebracht. Damit konnte eine hinreichende Dichtigkeit erzielt werden, so dass der Brand erlosch und der Streb weiterlaufen konnte. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 4 Führer, 23 Wehrleute. Benutzte Geräte: 9  BG-160 A,  6  Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Mundatmung: Verbrauchte Patronen: 10  Alkalipatronen, 36  CO-Filterpatronen.

 

21. - 24. Dezember 1958   Victor 3/4, Firstenbrand im Flöz Wilhelm, 1. westl. Abteilung nach Süden, 6. Sohle.   Nach feststellen von Brandgeruch auf der Teilsohle Flöz Röttgersbank nach Osten entdeckte die sofort angefahrene Grubenwehr einen offenen Brand in der Firste der Teilsohlenstrecke. Der Streckenausbau war zum Teil ausgeraubt und die Abbaustrecke an der Einmündung zum Teilsohlenquerschlag mittels eines Bergedammes und einer Ziegelsteinmauer früher abgedämmt worden. Zunächst wurde mit Feuerlöschern und mit Wasser das Feuer gelöscht. Durch anschließendes Setzen von Branddämmen in der Strecke östlich und westlich des Brandherdes wurde der Brand abgedämmt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 5 Führer, 25 Wehrleute. Benutzte Geräte: 5  BG-170/400,  5  BG-160 A,  4 Dräger-Druckschlauchgeräte Mundatmung. Verbrauchte Patronen:  72  Alkalipatronen.

 

08. Januar - 18. Februar 1959   Victor 3/4, Brand im Flöz Röttgersbank, 1. westl. Abt., 6. Sohle. In der Kopfstrecke eines bereits abgeworfenen und mit Sand verkippten Strebes in Flöz Röttgersbank auf Ort 2 wurde Kohlenoxyd festgestellt. Wahrscheinlich hatten sich Kohlenreste im Versatz entzündet. Zur Abdämmung des Brandes mussten auf der 6. Sohle in der Grundstrecke des Strebes, in 2 Stichquerschlägen aus Flöz Wilhelm und in der Kopfstrecke auf Ort 2 zunächst Schnelldämme aus Branddammkissen errichtet werden. Die endgültige Abdämmung erfolgte durch das Setzen von doppelten Ziegelmauerdämmen, die mit Gesteinstaub-Zementtrübe abgepresst wurden. Ferner war es notwendig, vom Damm in der Grundstrecke aus nach beiden Seiten im Querschlag Abdichtungsarbeiten durchzuführen, da dort noch Schleichwetterströme einzogen. Zu diesem Zweck wurden vom Damm ab die Firste und die Stöße der Grundstrecke und weiterhin des Querschlages im Bereich der Streckenkreuzung mit Jute bespannt, hinter die Isoschaum gepresst wurde. Zur weiteren Abdichtung wurde die Jute mit einem luftdichten- und elastischen Film von "Gusanon" überspritzt. Stärke der eingesetzten Grubenwehr:  6  Führer,  26  Wehrleute. Benutzte Geräte: 14  BG-160 A,  NEU  5  BG-172 Mundatmung, 4 Dräger-Doppel-CO-Filtergeräte Maskenatmung. Verbrauchte Patronen: Alkalipatronen  242,  CO-Filterbüchsen  84.

 

13. - 23. Januar 1960  Victor 3/4, Brand im Flöz Dickebank, 2 Osten  2. Westquerschlag nach Norden, 5. Sohle.  Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 34 Wehrleute. Benutzte Geräte: 14 BG-172 Verbrauchte Alkalipatronen  165 Stück

 

07. - 10. Dezember 1960  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, Sohlenstrecke nach Westen, Hauptquerschlag nach Norden, 4. Sohle.  Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 36  Wehrleute. Benutzte Geräte: 16  BG-172.  Verbrauchte Alkalipatronen 65 Stück

 

30. Juli - 31. Dezember 1961  Victor 3/4, Brand im Flöz Röttgersbank, 2. Ostquerschlag nach Norden, 5. Sohle  Der Brand in Röttgersbank war einer der größten Brände einer Ruhrzeche. Es wurden insgesamt 2080 Schichten verfahren wobei über 50 Branddämme einschließlich Vordämme gesetzt wurden.Stärke der eingesetzten Grubenwehr(GW-Victor 3/4,GW-Ickern 1/2,GW-Königsborn) : 61 Wehrleute. Benutzte Geräte: 20 BG-160 A, 10  BG-170/400, 13  BG-172, 30 Doppel - CO -Filtergeräte. Verbrauchte Patronen: 2704  Alkalipatronen, 300  CO-Filterpatronen.

 

01. - 31. Dezember 1962  Victor 3/4, Brandfeldeinengung Flöz Röttgersbank (Brand 1961) Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 45 Wehrleute. Benutzte Geräte: Alle vorhandenen Geräte im Wechsel. Verbrauchte Alkalipatronen  600 Stück

 

20. November - 04. Dezember 1962  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, 2. Ostquerschlag nach Norden, 4.Sohle. Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 32 Wehrleute. Benutzte Geräte: 10 BG-160 A 5  BG-172. Verbrauchte Alkalipatronen 140 Stück

 

07. - 08. April 1963  Victor 3/4, Brand im Flöz Sonnenschein nach Westen, 1. östl. Abteilung nach Norden, 6. Sohle.  Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 49 Wehrleute. Benutzte Geräte: 20 BG-172 10 BG-160 A. Verbrauchte Alkalipatronen 141 Stück

 

25. Juli - 31. August 1965  Ickern 1/2, Offener Grubenbrand im Flöz Gretchen, 12. Ostquerschlag nach Süden, Kohlenabfuhrstrecke, 5. Sohle.  Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 90 Wehrleute. Benutzte Geräte: 58  BG-172. Verbrauchte Alkalipatronen: 981 Stück

 

16. - 20. September 1965  Victor 3/4, Brand im Flöz Karl, Hauptquerschlag nach Norden, 4. Sohle Stärke der eingesetzten Grubenwehr: 60 Wehrleute: Benutzte Geräte: 25  BG-172, 10  BG-160 A. Verbrauchte Alkalipatronen  718 Stück

Ab dem Jahr 1966 wurden die Grubenwehrmitglieder nicht mehr über Briefe und Melder zu einem Einsatz gerufen. Ab diesem Datums erhielten sie Alarm-UKW-Empfänger

 

16. März 1967   Victor Schacht IV. Ein Träger war im Schacht von Korb abgehängt und in das Füllort gezogen    

worden als der zu früh freigegebene Korb der Gegenförderung den etwas in den Schacht hineinragenden Träger anhob. Ein Schachthauer wurde getötet und zwei wurden schwer verletzt.

                           

19. - 23. März 1968  Victor 3/4, Brand im Flöz Röttgersbank, 1. Westquerschlag nach Süden, Kopfstrecke Rev.23,  6. Sohle.  Eingesetzte Grubenwehrmitglieder: 70 Wehrleute. Benutzte Geräte: 25  BG-172 mit 514 verbrauchten Alkalipatronen, 15  BG-160 A mit 310 verbrauchten Alkalipatronen.

 

09. - 10. November 1968  Victor 3/4, Brandfeldeinengung Flöz Röttgersbank 1. Westquerschlag nach Süden, 6. Sohle.  Eingesetzte Grubenwehrmitglieder:  49  Wehrleute.  Benutzte Geräte: 10 BG-172 mit 10 verbrauchten Alkalipatronen, 15 BG-160 A mit  273  verbrauchten Alkalipatronen.

 

22.April - 06. Juli 1973  Victor 3/4, Brand im Flöz Zollverein 7, Ort 2, 3. - 4.Sohle.

 

Auf Auflistungen von Brandfeldöffnungen, Tages-und Kurzeinsätzen, sowie Einsätze wegen Gasausbrüchen habe ich an dieser Stelle verzichtet.

 

Am 01. Oktober 1973 wurde die Grubenwehr Victor-Ickern aufgelöst und in die Grubenwehr des Verbundbergwerkes Minister-Achenbach eingegliedert.